Die Geschichtes des Bergbaus in Bleialf
Literatur:

SLOTTA, R. (1983): Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland, 4 II; 1117-1123, Deutsches Bergbaumuseum (Hrsg.), Bochum.

GRAF, H.-W (1991): Die Grube "Neue Hoffnung" zu Bleialf/Eifel.- Lapis 2/1991: 13-18, Weise, München.

KNAUF, N. (2001): "Die Bleialfer Gruben aus neuer Sicht".- In: 140 Jahre Bergmannsverein St. Barbara Bleialf e.V., Festschrift: 75-88, Bergmannsverein St. Barbara Bleialf (Hrsg.), Prüm.

KNAUF, N. (1/2002): Bei Grubenlicht besehen.- Schulungsunterlagen für Grubenführer, Bergmannsverein St. Barbara Bleialf.

REDECKE, P. (1988): Geologische Diplomkartierung Mützenich, Bleialf, Sellerich (Schneifel), unveröffentl., RWTH Aachen

DRUCKENMÜLLER, W. (2001): In: 140 Jahre Bergmannsverein St. Barbara Bleialf e.V., Festschrift: S.53ff, 61ff, 69ff, Bergmannsverein St. Barbara Bleialf (Hrsg.), Prüm.

Eine erste Erwähnung des heutigen Ortes Bleialf findet man 893 im Güterverzeichnis der Abtei Prüm als „Alba", ein Wort, das sich vom Namen des Baches „Alf" ableitet. Pingenzüge bei Bleialf deuten auf ein hohes Alter des Bergbaus hin. Die Bleierzförderung im Gebiet der Schneifel wird erstmalig in einer Urkunde vom 26. April 1158, erwähnt.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erwarb das Kloster Prüm Anteile an den Bleierzgruben bei Alf. Die Erzbischöfe von Trier und die Fürstäbte von Prüm zeigten schon früh großes Interesse am Bleialfer Bergbau, die Verleihung von 1496, wurde 1501 erneuert.


Erzgewinnung bis zum 18. Jahrhundert und französiche Herrschaft

Der Bleialfer Bergbau steht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts so in Blüte, daß Erzbischof Jacob III. (von Elz), Administrator der Abtei Prüm, 1581 Haans Nickel zum "Generalbergmeister zu Alf und der Abtei Prüm" ernennt.

Der Name "Bleialf" findet sich urkundlich erstmalig im Jahre 1584. Die Veränderung der Ortsbezeichnung, weist eindeutig auf den zu dieser Zeit blühenden Bergbau hin.

Von besonderer Bedeutung in dieser Hinsicht ist auch die Bergkirche von Bleialf. Mit dem Bergbau besaß der Ort offenbar im 16. und 17. Jahrhundert eine derart große Finanzkraft, daß die Ausgestaltung und Ausstattung der Bergkirche den üblichen Rahmen überstiegen hat.

Im Juli 1607 ließ Erzbischof Lothar von Metternich einen Lehensbrief über das Bergwerk am Fleischberg bei Bleialf ausstellen. Die auf dem hier aufsetzenden Heinrich-Gang bauende Gewerkschaft pachtete 1619 die Mühle zu Niederlascheid, um ausreichend Aufschlagwasser für die Kunsträder und Pochwerke zu besitzen.

Für das Jahr 1771 gibt es einen weiteren Erbbestandsbrief für das mit der Abtei Prüm gemeinschaftliche Bergwerk "uf der Drenken unter Brandscheid", der vom Erzbischof Jakob von Eltz unterzeichnet wurde.

Diese vorgenannten Belehnungen beziehen sich alle auf den sog. Richelberger Gang, östlich zwischen Ihrenbrück und Brandscheid, während der Bergbau auf dem zweiten Gang des aus zwei Hauptgängen bestehenden Gangzuges bei Bleialf, dem Heinrichs- oder Hoffnungsgang, erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts begonnen hat.

Seit 1785 hat Bleialf Marktrecht, verliehen durch das Erzbistum Trier.

Als die französischen Revolutionstruppen 1794 in die Eifel vorrückten, nimmt das Feudalzeitalter in der Eifel ein abruptes Ende. Die Schulpflicht wird eingeführt. Eine weitere Leistung der Franzosenzeit ist die gründliche militärgeographische Erfassung der Eifel, unter dem Kartographen Tranchot.

Auch die französische Gesetzgebung fördert durch Konzessionsvergabe den Eifeler Bergbau. Von den ehemals 97 Bergbaubetreibern im Eifelgebiet blieben am Ende nur noch 7 Konzessionäre übrig, die gegen Entschädigung die Vielzahl der Kleinbetriebe übernahmen.


Erzgewinnung im 19. Jahrhundert

Die Wiederaufnahme des Bergbaus im Jahre 1807 ging auf eine Anregung niederländischer Fuhrleute zurück, welche die Einwohner von Bleialf ermunterten, die Glasurerze aus den alten Halden auszuklauben und ihnen zu verkaufen. Einige, kapitalkräftige Unternehmer nahmen die Arbeiten in größerem Umfang wieder auf und wältigten nach der Konzessionserteilung am 24. Oktober 1807 alte Gangteile wieder auf. Nachdem man noch Hunderte von Zentnern Glasurerze aus den Halden ausgelesen hatte, kam der Bergbau von Bleialf am Ende der 1820er Jahre wieder zum Erliegen. Die Grubenanlagen wurden nach einer Bekanntmachung vom 15. September 1829 öffentlich versteigert.

Im Wiener Kongreß 1815 wurde die Eifel, als Teil des Rheinlandes, Preußen zugesprochen. Unter preußischer Herrschaft gelangte die Bleiindustrie in der Eifel zu neuer Blüte.


Großunternehmer, Stollenbau, Wasserhaltung

Im Januar 1840 wird die Konzession auf die Grube "Bleialfer Neue Hoffnung" dem Bergwerksbesitzers Heinrich Wismann aus Hattingen erteilt. Sie hatte eine Ausdehnung von fast 7 Mio. Quadratlachter (1 Lachter = rd. 2 m). Um die nicht mehr zu bewältigenden Grubenwässer zu lösen, wurde an der tiefsten Stelle des verliehenen Grubenfeldes, östlich der Bleialfer Mühle, ein Wasserlösungsstollen "Mühlenberger Stollen" angesetzt und in nordöstlicher Richtung vorgetrieben, um die Grubenbaue auf dem Richelberger Hauptgang möglichst tief zu unterfahren.
Durch den Tod des Konzessionsinhabers im Jahr 1852 wurde die Grube gestundet und danach von den Erben wieder aufgenommen. Nach Übergang des Besitzes an die Berliner Diskonto Gesellschaft im Jahr 1861 begann die eigentliche Blütezeit der Grube. Es wurde eine Höchstproduktion von über 6546 t Bleierz im Jahr 1878 erzielt, was für eine so abgelegene Grube in der damaligen Zeit eine bedeutende Leistung war. Die nach 1885 noch durchgeführten Untersuchungsarbeiten verliefen ergebnislos, so daß die Gesellschaft am 13. August 1886 den Grubenbetrieb einstellte.

In den Jahren 1858-1885 förderte man 52821 t Blei- und 1145t Kupfererze. 1866 waren 859 Bergleute und 1867 964 Bergleute beschäftigt, während in den übrigen Jahren Belegschaftszahlen zwischen 300 und 600 die Regel waren.

Die Stillegung des Grubenbetriebes im Jahr 1886 erfolgte nicht nur, weil die Vorräte an Erz erschöpft waren. Maßgebend war viel mehr, daß die Bleipreise auf ein sehr niedriges Niveau sanken und die Grube im Hinblick auf den Transport des Erzes (viele Erze wurde in der Bleihütte Mechernich verarbeitet), der Kohle und der Ersatzteile eine äußerst ungünstige Lage hatte. Letztendlich machten die höheren Wasserzuflüsse nach der Teufe hin eine kostspielige Installation von Maschinen zur Wasserhebung notwendig.

Erzgewinnung im 20. Jahrhundert

1908 ging das Bergwerk "Bleialfer Neue Hoffnung" auf die "Gewerkschaft Mechernicher Werke" über. Diese Bergbaugesellschaft nahm im Jahre 1921 die Arbeiten zur Untersuchung der Vorkommen in den Feldern Bleialfer Neue Hoffnung und Gute Hoffnung erneut auf. Doch schon am 1. Oktober 1922 wurde der Betrieb auf den Bleialfer Gruben wieder eingestellt, da eine Elektrizitätsversorgung des Kreises Prüm und somit auch für Bleialf erst im Laufe des Jahres 1923 zu erwarten war. 1934 errichtete die Gewerkschaft Mechernicher Werke nach eingehender Untersuchung der Halden eine Flotation auf der Grube Neue Hoffnung und setzte die alten Halden noch einmal durch. Das Ergebnis veranlaßte die Gewerkschaft im Jahre 1938 nochmals Versuchsarbeiten auf der Grube durchzuführen, die jedoch 1943 ihr Ende fanden, da höffige Vorräte nicht mehr aufgeschlossen wurden.

Der Niedergang des Bergbaus in Bleialf

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Gewerkschaft Mechernicher Werke im Jahre 1950 in der Mutung Ihrenbrück und Ihrenbrück III Untersuchungsarbeiten auf. Auf Grund dieser Aktivitäten wurde der Gewerkschaft das Bergwerkseigentum zur Gewinnung der in diesem Felde vorkommenden Bleierze durch das Oberbergamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems verliehen (05.03.1952). Da die Landesregierung Rheinland-Pfalz letztendlich keine Finanzmittel zur Verfügung stellte, wurden die Arbeiten zum 11. Oktober 1954 endgültig eingestellt.

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