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GRAF, H.-W (1991): Die Grube "Neue Hoffnung" zu Bleialf/Eifel.- Lapis 2/1991: 13-18, Weise, München.
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DRUCKENMÜLLER, W. (2001):
In: 140 Jahre Bergmannsverein St. Barbara Bleialf e.V., Festschrift: S.53ff,
61ff, 69ff, Bergmannsverein St. Barbara Bleialf (Hrsg.), Prüm.
Eine erste Erwähnung des heutigen Ortes Bleialf findet man 893 im Güterverzeichnis der Abtei Prüm als „Alba", ein Wort, das sich vom Namen des Baches „Alf" ableitet. Pingenzüge bei Bleialf deuten auf ein hohes Alter des Bergbaus hin. Die Bleierzförderung im Gebiet der Schneifel wird erstmalig in einer Urkunde vom 26. April 1158, erwähnt.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erwarb das Kloster Prüm Anteile an den Bleierzgruben bei Alf. Die Erzbischöfe von Trier und die Fürstäbte von Prüm zeigten schon früh großes Interesse am Bleialfer Bergbau, die Verleihung von 1496, wurde 1501 erneuert.
Erzgewinnung bis zum 18. Jahrhundert und französiche Herrschaft
Der Bleialfer
Bergbau steht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts so in Blüte,
daß Erzbischof Jacob III. (von Elz), Administrator der Abtei Prüm,
1581 Haans Nickel zum "Generalbergmeister zu Alf und der Abtei Prüm"
ernennt.
Der Name "Bleialf" findet sich urkundlich erstmalig im Jahre 1584.
Die Veränderung der Ortsbezeichnung, weist eindeutig auf den zu dieser
Zeit blühenden Bergbau hin.
Von besonderer Bedeutung in dieser Hinsicht ist auch die Bergkirche von Bleialf. Mit dem Bergbau besaß der Ort offenbar im 16. und 17. Jahrhundert eine derart große Finanzkraft, daß die Ausgestaltung und Ausstattung der Bergkirche den üblichen Rahmen überstiegen hat.
Im Juli
1607 ließ Erzbischof Lothar von Metternich einen Lehensbrief über
das Bergwerk am Fleischberg bei Bleialf ausstellen. Die auf dem hier aufsetzenden
Heinrich-Gang bauende Gewerkschaft pachtete 1619 die Mühle zu Niederlascheid,
um ausreichend Aufschlagwasser für die Kunsträder und Pochwerke
zu besitzen.
Für das Jahr 1771 gibt es einen weiteren Erbbestandsbrief für das
mit der Abtei Prüm gemeinschaftliche Bergwerk "uf der Drenken unter
Brandscheid", der vom Erzbischof Jakob von Eltz unterzeichnet wurde.
Diese
vorgenannten Belehnungen beziehen sich alle auf den sog. Richelberger Gang,
östlich zwischen Ihrenbrück und Brandscheid, während der Bergbau
auf dem zweiten Gang des aus zwei Hauptgängen bestehenden Gangzuges bei
Bleialf, dem Heinrichs- oder Hoffnungsgang, erst in der 2. Hälfte des
18. Jahrhunderts begonnen hat.
Seit 1785 hat Bleialf Marktrecht, verliehen durch das Erzbistum Trier.
Als die französischen Revolutionstruppen 1794 in die Eifel vorrückten, nimmt das Feudalzeitalter in der Eifel ein abruptes Ende. Die Schulpflicht wird eingeführt. Eine weitere Leistung der Franzosenzeit ist die gründliche militärgeographische Erfassung der Eifel, unter dem Kartographen Tranchot.
Auch die französische Gesetzgebung fördert durch Konzessionsvergabe den Eifeler Bergbau. Von den ehemals 97 Bergbaubetreibern im Eifelgebiet blieben am Ende nur noch 7 Konzessionäre übrig, die gegen Entschädigung die Vielzahl der Kleinbetriebe übernahmen.
Erzgewinnung im 19. Jahrhundert
Die Wiederaufnahme des Bergbaus im Jahre 1807 ging auf eine Anregung niederländischer Fuhrleute zurück, welche die Einwohner von Bleialf ermunterten, die Glasurerze aus den alten Halden auszuklauben und ihnen zu verkaufen. Einige, kapitalkräftige Unternehmer nahmen die Arbeiten in größerem Umfang wieder auf und wältigten nach der Konzessionserteilung am 24. Oktober 1807 alte Gangteile wieder auf. Nachdem man noch Hunderte von Zentnern Glasurerze aus den Halden ausgelesen hatte, kam der Bergbau von Bleialf am Ende der 1820er Jahre wieder zum Erliegen. Die Grubenanlagen wurden nach einer Bekanntmachung vom 15. September 1829 öffentlich versteigert.
Im Wiener Kongreß 1815 wurde die Eifel, als Teil des Rheinlandes, Preußen zugesprochen. Unter preußischer Herrschaft gelangte die Bleiindustrie in der Eifel zu neuer Blüte.
Großunternehmer,
Stollenbau, Wasserhaltung
Im Januar
1840 wird die Konzession auf die Grube "Bleialfer Neue Hoffnung"
dem Bergwerksbesitzers Heinrich Wismann aus Hattingen erteilt. Sie hatte eine
Ausdehnung von fast 7 Mio. Quadratlachter (1 Lachter = rd. 2 m). Um die nicht
mehr zu bewältigenden Grubenwässer zu lösen, wurde an der tiefsten
Stelle des verliehenen Grubenfeldes, östlich der Bleialfer Mühle,
ein Wasserlösungsstollen "Mühlenberger Stollen" angesetzt
und in nordöstlicher Richtung vorgetrieben, um die Grubenbaue auf dem
Richelberger Hauptgang möglichst tief zu unterfahren.
Durch den Tod des Konzessionsinhabers im Jahr 1852 wurde die Grube gestundet
und danach von den Erben wieder aufgenommen. Nach Übergang des Besitzes
an die Berliner Diskonto Gesellschaft im Jahr 1861 begann die eigentliche
Blütezeit der Grube. Es wurde eine Höchstproduktion von über
6546 t Bleierz im Jahr 1878 erzielt, was für eine so abgelegene Grube
in der damaligen Zeit eine bedeutende Leistung war. Die nach 1885 noch durchgeführten
Untersuchungsarbeiten verliefen ergebnislos, so daß die Gesellschaft
am 13. August 1886 den Grubenbetrieb einstellte.
In den Jahren 1858-1885 förderte man 52821 t Blei- und 1145t Kupfererze. 1866 waren 859 Bergleute und 1867 964 Bergleute beschäftigt, während in den übrigen Jahren Belegschaftszahlen zwischen 300 und 600 die Regel waren.
Die Stillegung
des Grubenbetriebes im Jahr 1886 erfolgte nicht nur, weil die Vorräte
an Erz erschöpft waren. Maßgebend war viel mehr, daß die
Bleipreise auf ein sehr niedriges Niveau sanken und die Grube im Hinblick
auf den Transport des Erzes (viele Erze wurde in der Bleihütte Mechernich
verarbeitet), der Kohle und der Ersatzteile eine äußerst ungünstige
Lage hatte. Letztendlich machten die höheren Wasserzuflüsse nach
der Teufe hin eine kostspielige Installation von Maschinen zur Wasserhebung
notwendig.
Erzgewinnung im 20. Jahrhundert
1908 ging
das Bergwerk "Bleialfer Neue Hoffnung" auf die "Gewerkschaft
Mechernicher Werke" über. Diese Bergbaugesellschaft nahm im Jahre
1921 die Arbeiten zur Untersuchung der Vorkommen in den Feldern Bleialfer
Neue Hoffnung und Gute Hoffnung erneut auf. Doch schon am 1. Oktober 1922
wurde der Betrieb auf den Bleialfer Gruben wieder eingestellt, da eine Elektrizitätsversorgung
des Kreises Prüm und somit auch für Bleialf erst im Laufe des Jahres
1923 zu erwarten war. 1934 errichtete die Gewerkschaft Mechernicher Werke
nach eingehender Untersuchung der Halden eine Flotation auf der Grube Neue
Hoffnung und setzte die alten Halden noch einmal durch. Das Ergebnis veranlaßte
die Gewerkschaft im Jahre 1938 nochmals Versuchsarbeiten auf der Grube durchzuführen,
die jedoch 1943 ihr Ende fanden, da höffige Vorräte nicht mehr aufgeschlossen
wurden.
Der Niedergang des Bergbaus in Bleialf
Nach
Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Gewerkschaft Mechernicher Werke im
Jahre
1950 in der Mutung Ihrenbrück und Ihrenbrück III Untersuchungsarbeiten
auf. Auf Grund dieser Aktivitäten wurde der Gewerkschaft das Bergwerkseigentum
zur Gewinnung der in diesem Felde vorkommenden Bleierze durch das Oberbergamt
Rheinland-Pfalz in Bad Ems verliehen (05.03.1952). Da die Landesregierung
Rheinland-Pfalz letztendlich keine Finanzmittel zur Verfügung stellte,
wurden die Arbeiten zum 11. Oktober 1954 endgültig eingestellt.
