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REDECKE, P. (1988): Geologische Diplomkartierung Mützenich, Bleialf, Sellerich (Schneifel), unveröffentl., RWTH Aachen

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Bleialf und Rescheid gehören zu den Gangvorkommen, die im Unterdevon (Emsium) aufsitzen. Sie sind in der Fachliteratur als Eifeler Glasurerzgänge bekannt. Die Vererzung erfolgte gemeinsam vor ca. 170 Millionen Jahren (Mittlerer Jura) durch niedrig hydrothermale, hochsalinare Lösungen (SCHNEIDER et al. 1999). Aufstiegswege waren Spalten und Kluftsysteme, welche bereits vor ca. 290 - 300 Mio. Jahren (Oberkarbon) bei der variskischen Gebirgsbildung angelegt wurden. Die erzbringenden hydrothermalen Wässer haben neueren Forschungen (L. Krahn, 1988; Friedrich et al. 1993) zufolge die selbe Abstammung aus tieferen Krustenbereichen wie auch im Falle der Mechernicher Großlagerstätte, nur dass sich dort diese Wässer bei der Vererzung im porösen Buntsandstein fein verteilt haben. Als Zufuhrwege werden im tieferen Zentralbereich gangartig vererzte Störungszonen im Devonischen Grundgebirge angenommen. Von diesen aus ist eine Zonierung in der Verteilung verschiedener Buntmetalle erfolgt.

Die Besonderheit des Erzes der drei Lagerstätten liegt im geringen Silbergehalt (<1‰) des Haupt-Minerales, des Bleiglanzes (PbS). Das Fehlen des Silbers bot die Möglichkeit, dieses Erz neben der üblichen Bleiverhüttung als Glasurerz zum Erzeugen von Keramikglasuren, für Bleikristallgläser, aber auch in der chemischen Industrie einzusetzen. Durch relativ einfache Aufbereitungstechniken konnte ein hochreines Erzkonzentrat erzielt werden, welches sich überregional vermarkten ließ. Die Eifeler Glasurerze fanden ihren Hauptabsatz bei belgischen und niederländischen Töpfereien, gingen aber bis nach Amerika und Indien.

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