Das Grubenfeld Diepenlinchen bei Stollberg

Man erreichte eine Teufe bis ca. 400 m. Zwischen 1890 und 1895 betrug die Belegschaft zeitweise über 800 Personen. Die Ausbeute an Blei- und Zinkerz lag bei ca. 7.000 to. pro Jahr. Im Jahre 1910 hatte man eine Belegschaft von ca. 500 Personen bei einer Erzförderung von ca. 11.000 to. Die gesamte Erzförderung dürfte in den Jahren 1838 bis 1919 bei ca. 500.000 to. liegen.

Betriebspunkt Ravelsbergs Anfang 20. Jahrhundert
Die Lagerstätten der Grube Diepenlinchen wurde insgesamt durch 15 Schächte erschlossen wobei der Hauptschacht (Querschnitt 3,00 m x 1,25 m) eine Teufe von 300 m hatte.

Die aus dem Jahre 1840 stammende Aufbereitungsanlage wurde 1898/99 durch eine leistungsstärkere Anlage mit einer Tageskapazität von 100 to. Haufwerk ersetzt.

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Aufbereitungsanlage um 1890
Den Grubenbauen flossen gewaltige Wassermengen zu, die durch eine aufwendige und leistungsstarke Wasserhaltung bewältigt werden mußten. Hierzu wurden 1954/54 zwei Dampfmaschinen mit 900 PS gesamtleistung installiert. Bereits um 1900 wurden diese gegen zwei neue mit einer Gesamtleistung von 3.200 PS ausgetauscht

Die für den Betrieb der Wasserhaltungs-Dampfmaschinen erforderliche Steinkohle war ein entscheidender Rentabilitätsfaktor. So überstieg am Anfang des 20. Jahrhunderts die benötigte Gewichtsmenge an Steinkohle die Menge der Geförderten Erze ganz erheblich.

Bedingt durch den I. Weltkrieg und der damit knapper werdenden Steinkohle, ließ man die unterer Baue absaufen. Auch machte sich der Mangel an Arbeitskräften jetzt bemerkbar. Es wurden keine neuen Lager erschlossen sondern nur die aufgefahrenen Erzmittel abgebaut.

1919 kam es auf der Grube Diepenlinchen zu einem Streik der Bergleute, die wegen der schwierigen Nachkriegszeit Lohnerhöhungen forderten.Die Betriebleitung nahm diesen Streik zum Anlass, die unrentabel gewordenen Betrieb einzustellen.

In den Jahre 1927 und 1928 kam es zu einen erneute bergmännischen Betrieb. Es wurde eine Flotationsanlege errichtet, die die vorhandenen, erzhaltigen Teichschlämme bearbeiten sollten. Im Jahre 1933 wurden über 4.000 to. nutzbares Erzkonzentrat gewonnen. Die Flotation wurde mit 50 bis 85 mitarbeiter bis zumJahre 1942 betrieben. Danach wurde der Betrieb entgültig eingestellt.

Die Betriebspunkte der Grube waren: Diepenlinchen, Henriette, Neuer Simon, Alter Simon, Hitzberg, Ravelsberg, Adrienne und Mausbacher Hecke.

Heute sind kaum noch bergmännische Relikte vorhanden. Neben dem Aufbau des ehemaligen Froschschachtes im Mausbacher Industriegebiet zeugen heute noch Abraumhalten einige Abraumhalden von dem einstig umfangreichen Bergbau.

Diepenlinchen Anfang 20. Jahrhundert

Diepenlinchen war das größte und ergiebigste Grubenfeld im Stollberger Raum. Hier wurde Zink,- Blei- und Eisenerz abgebaut.

In diesem Bergbaugebiet ist bereits durch die Römer, im 2. und 3. Jahrhundert, ein bedeutender Bergbau nachgewiesen.

Vom 16. bis 19. Jahrhundert wurde im Kleinbergbau-Betrieb hauptsächlich Galmei abgebaut.

Der starke zersplitterte bergbauliche Tätigkeit wurde Anfang des 19. Jahrhundert zur Konzession “Diepenlinchen” zusammengefasst. Sie erstreckte sich über die Gebiete Werth, Mausbach, Krewinkel bis Untervicht. Die westliche Konzessionsgrenze war das Vichtbachtal.

Im Jahre 1809 wurde die Konzession zum Abbau von Bleierz, Galmei und Eisenstein an Bäumer Buchacker & Cie. Verliehen. 1820 wurde auf Grund finanzieller Schwierigkeiten der Abbau aufgegeben und die Konzessionsfelder an Bergleute aus Mausbach verpachtet.

Zwischen 1838 und 1919 wurde das Grubenfeld Diepenlinchen im großtechnischen Maßstab, von der Metallurgischen Gesellschaft, der Kommanditgesellschaft De Sassenay & Cie sowie der Stollberger Gesellschaft, abgebaut.

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