In
der Zeit zwischen 1152 und 1170 wurde unter dem Abt Fulbert vom Kloster
Maria Laach
einen
Entwässerungsstollen durch den südlichen
Rand des Laacher-See-Kessels getrieben. Für den Bau mögen zwei
Gründe ausschlaggebend gewesen sein:
1. Es wurde, bedingt durch diesen künstlichen Abfluss, ein maximaler
Hochwasserstand erreicht. Dadurch wurden künftige Überschwemmungen
der Klostergebäude vermieden.
2. Es wurde direkt vor den Toren des Klosters eine größere Fläche
fruchtbaren Landes gewonnen.
Man kann davon ausgehen, daß der Bau des Entwässerungsstollens ohne großartige Abdeichungen vonstatten ging. Die Ingenieure des Abtes Fulbert haben wahrscheinlich ein Jahr mit sehr niedrigem Wasserstand für den Stollenvortrieb gewählt um über der Wasserlinie arbeiten zu können.
Der Streckenverlauf des Stollens wurde über Tage abgesteckt. Auf dieser Linie wurden dann in unregelmäßigen Abständen senkrechte Schächte in den Rand des Seekessels getrieben. Die Tiefen der einzelnen Schächte wurden vor dem abteufen genau festgelegt. Von der Sohle der einzelnen Schächte wurde dann ein Stollen nach beiden Seiten, in Richtung des nächsten Schachtes, getrieben. Nach dem Durchbruch der gesamten Strecke wurde dann dem Stollen das notwendige Gefälle gegeben. Der Stollen hatte eine Länge von 880 m. Die gewundene Linienführung des Stollen läßt sich daraus erklären, daß man sich die natürlichen Geländegegebenheiten nutzbar machte. Der mittlere Querschnitt des Stollens betrug ca. 1,5 x 3,5 m. Aus diesen Werten kann man einen Material-Aushub von ca. 5.000 Qubikmeter errechnen.
Im Jahre 1844 wurde, 5 m unter dem Fulbertstollen, ein neuer Entwässerungsstollen durch den Rand des Seekessels getrieben.
Die Mundlöcher des Fulbert-Stollens sind heute verschüttet. Er
ist direkt nicht mehr zu begehen. Jedoch haben die Erbauer des Stollens von
1844 an mehreren Stellen Querstrecken zum alten Fulbertstollen getrieben
um diesen mit dem anfallenden Abraum zu verfüllen. Durch einige dieser
Querstrecken kann der Fulbert-Stollen in Teilstrecken heute noch betreten
werden.

