
Die Gleitfalte bei Glees
An der Westseiten des Dachsbusches ist durch den Abbau eine große Gleitfalte erschlossen worden. Diese Gleitfalte stellt ein vulkanologisches und klimageschichtliches Bodendenkmal von großer Bedeutung dar.

Die Entstehung dieser
geologischen Attraktion kann man sich wie folgt vorstellen:
Während der verschiedenen Eiszeiten war das Rheinische Schiefergebirge
nicht vergletschert. Es herrschte aber während dieser Kaltzeit über
längere Zeiten hinweg Dauerfrost. Auch der Abhang vom Dachsbusch mit
seiner Aschendecke war ständig viele Meter tief gefroren. Zeitweise taute
nun dieser Boden in den obereren 1 bis 2 Meter auf. Dadurch begannen nun die
wassergetränkten Aschen langsam hangabwärts zu rutschen. Im jahreszeitlichen
Wechsel wechselten sich Auftauen (sonnenbeschienener Westhang) und wiedergefrieren
oft ab. Die Umbiegezone der Gleitfalte zeichnet demnach eine Isotherme nach,
unterhalb derer der Boden längere Zeit ständig gefroren war. Anschließend
wurde der Dachsbusch von Löß überweht. Im Anschnitt ist dieser
als dünnes, gelbes Band sichtbar. Während der immer noch kalten
klimatischen Bedingungen mit Hangfließen, flossenvom Gipfel große
Basaltstücke mit dem Lößbrei hangabwärts. Diese erwähnten
geologischen und klimatischen Vorgänge ereigneten sich höchstwahrscheinlich
in der vorletzten Eiszeit, vor ca. 150.000 Jahren.
Zu einem
späteren
Zeitpunkt wurde durch Bimstufferuptionen am Ostrand des Wehrer Kessels der
ganze Dachsbusch-Vulkan überschüttet. Durch diese Ablagerungen (Gleeser
Bims) wurde die Gleitfalte vor Erosion und Abtragung geschützt.
In einem Aufschluss am Westhang der Höhe 371 kann man die Altersabfolge
des Wehrer-Phonolith-Auswurfsmaterial sehen. Hier wird das rötliche Hüttenberg-Auswurfmaterial
von dem grauen Gleeser-Auswurfmaterial (Deckenbildung über der Rutschfalte)
überlagert.