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Der Hitzerich von Mauel

Im Jahre 1425 wird im Weistum des Junkers Werner von Vlatten (curmüthigen Güter zu Mauwel) ein ”Hitzerich”, der von “Heynrich dem Smede” betrieben wurde, erwähnt. In dem gleichen Weistum ist auch die Rede von einer Hofstätte “Roiste” und einer zugehörigen “Steynkule”.

Ein Hitzerich (ein Rennofen oder Rennfeuer) war eine primitiver Erdofen zur Gewinnen von Eisen aus Eisenerz. Es handelte es sich hierbei um einen aus Lehm oder Steinen errichteten Schachtofen von ca. einem bis anderthalb Metern Höhe. Der Hitzerich wurde von oben wechselschichtig mit Holzkohle und Eisenerz befüllt. Bei einer Temperatur von 1200 bis 1400 °C wurde ein Teil des Eisens im festen

Querschnitt durch einen Rennofen (Zeichnung Archiv Geomontanus)

Zustand reduziert und gleichzeitig bildete sich eine Schlacke. Die Schmelztemperatur des Eisens von 1539° C wurde hierbei nicht erreicht. Die Schlacke floss (rann - daher der Name Rennofen) durch Öffnungen aus dem Ofen in eine Herdgrube. Die Belüftung erfolgte durch einen Blasebalg. Das Produkt des Schmelzprozesses war kein Roheisen, sondern eine mit Schlacke durchsetzte Eisenluppe, die im Hitzerich zurückblieb. Diese Luppe musste anschließend für ihre Weiterverarbeitung ausgeschmiedet werden und dabei wurden die Schlackenreste ausgetrieben. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Eisengewinnung pro Verhüttung von mehrere Kilogramm bis zu einem Zentner betragen hat.

Als Ausgangsmaterial für die Eisengewinnung im Hitzerich dienten eisenhaltige Gesteinen, die in der erwähnten “Steynkule” ,vermutlich ein einfacher Tagbau, abgebaut wurden.

Das eisenhaltige Gestein bzw. das Eisenerz wurde nicht direkt in den Hitzerich gegeben, sonder im der erwähnten Hofstätte “Roiste” enrsprechend vorbereitet. Mit der Bezeichnung “Roiste” ist Rösten gemeint. Rösten ist das erhitzen von sulfidischen Erzen zum Austreiben des Schwefels unter Einfluss von Luftsauerstoff. Hierbei wird das jeweilige Metallsulfid in Metalloxyd umgesetzt, wobei Schefel frei wird. Dieses Metalloxyd konnte nun im Hitzerich verhüttet werden.

Der genaue Standort des Maueler Rennofens konnte noch nicht ermittelt werden. Man kann allerdings davon ausgehen, dass er sich an der südlichen Seite des Baches befand.