Kalk ist für die Entwicklung des Lebens auf der Erde unabdingbar gewesen.
Die Anfänge der Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung von Kalkstein und Kalk in der Eifel liegt im Dunkel der Vergangenheit.
Die ersten Nachweise über Kalkverarbeitung fallen in die Zeit der Römerherrschaft. Man kann hier sogar schon von einer Kalkindustrie reden.In Iversheim wurde bereist Kalk industriell erzeugt. Das Brennen des Kalkes geschah in Kalköfen. In besonderen Gruben geschah das Löschen des Kalks und das Anrühren des Mörtels. Auch nicht gebrannter Kalkstein und Dolomit fand in der Römerzeit vielfältig Anwendung. So wurden Steine in verschiedenen Korngröße für Straßen verwendet.
Nach dem Zerfall des römischen Reiches trat ein starker Rückgang der Bautätigkeit ein. Kenntnisse und Fertigkeiten in Bezug auf die Kalkherstellung gingen vielerorts zwangsläufig verloren. Im Zuge der ersten Klostergründungen in Deutschland besannen sich die Baumeister wieder stärker auf das Bindemittel Kalk, war es doch unverzichtbar beim Bauen mit Naturstein.
Zumeist besaßen die Klöster eigene Kalköfen, die entweder von speziellen Kalkbrennern betrieben wurden oder von den Mönchen selbst. Auch mit der Entstehung und stetigen Entwicklung der Städte im 12. und 13. Jahrhundert wuchs der Bedarf an Baukalk für die umfangreichen Bautätigkeiten.
Der Übergang vom vorindustriellen zum industriellen Zeitalter erfolgte in der Eifel um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Industrie benötigte mehr Kalk in vielfältiger Form. Dieser konnte mit den bisher zu Verfügung stehenden Mitteln und Techniken nicht in ausreichender Menge produziert werden. Es setzte deshalb ein richtiger Kalkofenbau-Boom ein. Die Technik der Rohstoffgewinnung verbesserte sich. Der Abtransport zum Verbraucher wurde durch ein ständig wachsendes Straßennetz verbessert. So kam es aufgrund steigender Nachfrage nach Kalk und Kalkprodukten zu einem ständigen ansteigen der Produktion.
Im ländlichen Raum der Eifel blieben die traditionellen Arbeitsweisen des Kalkbrennens, die sich gegenüber den römischen Techniken kaum unterschieden, bis ins 19. und vielerorts sogar bis Mitte des 20. Jahrhunderts erhalten.
Kalk hat eine lange Vergangenheit und eine große Zukunft.


