Home
Geologie
Mineralogie
Montangeschichte
Impressum
Interessante Links

Die Katzensteine bei Mechernich

Die Katzensteine befinden sich nordöstlich von Katzvey an der Straße nach Mechernich, im Mechernicher Trias-Dreieck. Der devonische Sockel der Eifel wird hier weitgehend von Trias-Segmenten überdeckt. Es handelt sich bei den Katzensteinen um einzelne, stark zerklüftete Köpfe eines hoch aufragenden Buntsandsteinmassiv. Der Veybach hat von dem zusammenhängenden Sandsteinareal von Mechernich-Kall-Nideggen ein Stück abgetrennt. Hier sind die Gesteine des Mittleren Buntsandstein erhalten geblieben. Die Sandkörner werden durch ein Bindemittel aus Kieselsäure zusammengehalten. An vielen Stellen ist dieses Bindemittel herausgelöst worden. Die Auslaugung ist heute nicht mehr zu rekonstruieren. Sie erfolgte nicht gleichmäßig. Sie ist von wechselnden Grundwasserständen und Grundwasserströmen abhängig. Einzelne Stellen blieben von der Auslaugung verschont, weil sie z. B. von Tertiär-Sedimenten zugedeckt waren, oder weil das auslaugende Wasser von Verwerfungen abgehalten wurde. In den letzten Jahrhunderttausenden der Erdgeschichte hat am Abhang des Veybachtales die Verwitterung das ausgelaugte Material weggespült. So wurden die Formation der Katzensteine herausgewaschen.

Die rote Farbe der Felsen zeigt, dass die Ablagerung unter wüstenhaften Bedingungen erfolgte. Diese rote Farbe kommt dadurch zustande, dass die einzelnen Sandkörner mit einer Roteisensteinhaut überzogen sind. Während des Verwitterungsprozesses wurde der Roteisenstein teilweise ausgewaschen und in tiefere Erdschichten abgeführt. An wasserstauenden Schichten fällt dann Eisenhydroxid in Krusten aus. Früher wurden diese Krusten und Scharten, wie östlich der Katzenstein festzustellen ist, bergmännisch abgebaut.
In den Wänden der Buntsandsteinfelsen kann man Verwitterungsprozesse beobachten. Ein netzartiges Gewebe von schmale Stegen getrennte faustgroße Nischen entstanden. Man spricht hier von einer so genannte Wabenverwitterung. Diese kommt durch eindringende Niederschläge zustande, die das Bindemittel der Sandsteine herauslösen. Beim Verdunsten des Wassers an den Rändern der Wasserblase wird das Bindemittel wieder ausgeschieden und somit die Stege befestigt. Wind und Regen wäscht den entfestigten Sand heraus, so dass Löcher entstehen. An den Felsenwänden ist eine Dünenschichtung zu sehen. Diese ist durch den Sandtransport in schnellfleißenden Gewässern entstanden. Man kann auch Lagen mit kleinen Geröllen finden. Diese bestehen aus Quarz.
Im Rahmen archäologischer Ausgrabungen im Jahre 1971 wurden diverse spätpaläolithische Artefaktes gefunden. Es handelt sich hierbei um Federmesser, Rückenspitzen, Rückenmesser, Klingen und Lamellen. Die Funde waren zu größten Teil aus Maasschotterfeuerstein. Es handelt sich höchstwahrscheinlich aus Hinterlassenschaften einer Jäger- bzw. Sammlergruppe.

In der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurden die Katzensteine als Steinbuch benutzt. Die Steine wurden zur Deckung lokalem Bedarf betrieben. Die vorhandenen Spuren zeigen den Beginn der Entwicklung römischer Steinbruchtechnik nördlich der Alpen an. Die Steingewinnung war im höchstwahrscheinlich im wesentlichen auf die beiden ersten nachchristlichen Jahrhunderte beschränkt.

Die Katzensteine erhielten ihren Namen von der nahe gelegenen kleinen Ortschaft Katzfey. Hier soll in vorgeschichtlicher Zeit eine kleine Burg gestanden haben, die dem Ort seinen Namen gab.
Wabenverwitterung an den Wänder der Katzensteine (Archiv GeoMontanus)
Die Katzensteine bei Mechernich (Archiv GeoMontanus)