Die Stolberger Zink AG setzte ab Ende 1946 die Untersuchungsarbeiten fort und begann zunächst mit untertägigen Aufschluss- und Abbauarbeiten. Aufgrund der Ergebnisse entschloss man sich, das Lager in einem groß angelegten Tagebau ab 1955 anzugehen. Der Abraum der oberen tauben Schichten erfolgte mittels schwerer Transportfahrzeuge. 15.000 to. Abraum wurden täglich abtransportiert. Etwa15 m unter der Sohle des Erzlagers wurde eine Brecheranlage installiert. Das vorzerkleinerte Erzmittel wurde mittels einer Bandanlage zu Tage in eine zweite Brecheranlage gefördert, anschließend vermahlen und in einem Bunker zwischengelagert. Vor hieraus wurde die mehlartige Masse in eine Aufbereitungsanlage transportiert. Verhütet wurde das Erz, 15.000 bis 20.000 to. jährlich, in der Bleihütte Binsfeldhammer und in der Zinkhütte Rievenheim. Die sandfeinen Abgänge wurden in große Klärbereiche gespült, sie werden noch von der Hormer Kalksandsteinfabrik verwertet.

Heute steht hier die Zentrale Mülldeponie des Kreises Düren, das einst 70 m tiefe Loch wird langsam angefüllt. Ganz in der Nähe nördlich der K 29 stehen noch Teile der in den 1950er Jahren errichteten neuen Aufbereitungsanlage.

Den Studien des Geologen Dr. August Voigt, der endlich in den 1930er Jahren einen ganz neuen, tiefer gelegenen Lagerstättenteil nachweisen konnte, war es zu verdanken, dass in der Nachkriegszeit der Bergbau am Bleiberg wieder aufgenommen wurde. Ein ganz neuer Großtagebau entstand nun anstelle des alten Tiefenbergbaus.
Dr. A. Voigt hatte eine neuartige Vorstellung von der Lagerstätte entwickelt; nach dieser handelte es sich um einen gleichmäßigen schichtgebundenen, eher flözartigen Erzkörper mit ca. 20 m Mächtigkeit, der durch Sprünge und Verwerfungen mehrfach zerlegt und versetzt ist. Unter rund 50 – 70 Meter Überdeckung befand sich also noch ein bis dahin unentdeckter Teil der Gesamtlagerstätte mit einem Erzvorrat von ca. 10 Millionen Tonnen. Es war allerdings vergleichbar der Mechernicher Lagerstätte ein „Armerz“ mit im Durchschnitt nur 2,7% Blei, 0,8 % Zink und 0,2 % Kupfer sowie Spuren weiterer Wertmetalle.


Anfang des 17. Jahrhunderts kam es durch Auseinandersetzungen zwischen den Grundherren zur Einstellung des Bergbaubetriebes. Der 30jährige Krieg verhinderte dann vollends eine Wiederauf´nahme des Betriebes.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die drei Konzessionen mit den Namen “Elisabeth-Louise” - “Schallenberg” - “Schallenberg Erweiterung” zum Abbau von Eisen- und Blei- und Kupfererzen an einen Freiherrn von Spies gegeben.
Bei den folgenden Aufschlußarbeiten fand man reiche Erzlager. Es wurde ein erzführender, mehrere Fuß mächtiger Erzgang, mit in Sandstein imprägniertem Bleiglanz und Weißbleierz, angetroffen. Nach der Teufe nahm die Mächtigkeit des Ganges noch zu.
Am 17. November 1855 wurde die Genehmigung zur Errichtung einer Aufbereitungsanlage erteilt.
Im Jahre 1861 wurden die drei Konzessionen “Elisabeth-Louise”, “Schallenberg” und “Schallenberg Erweiterung” zu dem Konzessionsfeld “Maubacher Berg” zusammengeschlossen.
In den folgenden Jahren kam es zu diversen Wechseln der Besitzverhältnissen.
Im Jahre 1877 erwarb die in London ansässige Firma “Anglo-Rhenish-Lead Company” den Bergwerbsbesitz in Maubach. Durch ungewöhnlich reiche Erzvorkommen bedingt entschloss man sich, den Stollenbetrieb durch einen Tagebaubetrieb zu erweitern. Die erzführenden Schichten hoben fast bis zumTagesniveau. Beim weiteren Abbau stiess mach auf umfangreiche alte Abbaue aus unbekannter Vorzeit, in denen das Erz bereits abgebaut war. Dies und die sinkenden Bleipreise auf dem Weltmarkt führt dazu, dass die englische Firma keinerlei weitere Investitionen mehr genemigte. So wurden im Jahre 1879 die Arbeiten eingestellt.
1901 erwarb die Firma “AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation” aus Stollberg den Bergwerksbesitz in Maubach.
Im Jahre 1944 teufte man den Voigt-Schacht, ein Untersuchungsschacht ab. Bedingt durch die Kriegseinwirkungen und die dadurch näherrückende Front wurden die Abteufarbeiten bei einer Teufe von ca. 60 m eingestellt.
Literatur:
BODE, R. :EMSER HEFTE. Jg.4 / Nr. 2 Apr.-Juni ´82
BRUNEMANN, H.-G., (2004) : Zu den Vorkommen und zur Bergbaugeschichte am Maubacher Bleiberg
EHRENBERG (1876) : Die Bleierzablagerungen im Buntsandstein zu Maubacher Bleiberg. Verh. d. naturh. Vereins Bonn.
FRITSCHE, H. (1949) : Aufschluß- und Aufbauarbeiten der Grube Maubacher Bleiberg. Erzmetall, Bd. II
FRITSCHE, H. (1953) : Die Bemusterung der Blei-Zinkerzlagerstätte Maubacher Bleiberg, Bd. VI.
GURLT, M. (1861) : Das interessante Erzvorkommen am Maubacher Bleiberg im Kreis Düren. Verh. d. naturh. Vereins Bonn, Bd. 18.
JAHRBUCH DES KREISES DÜREN (1983).
MEHLBEER, H. (1955) : Die Versuchsaufbereitung der Grube Maubacher Bleiberg. Sonderdruck der Stollberger Zink AG.
SCHACHNER, H. (1961) : Die Blei-Zink-Erzlagerstätten der Triasmulde Maubach-Mechernich-Kall. Der Aufschluß, Sonderband 10, Heidelberg
VOIGT, A. (1952) : Die Blei-Zinkvorkommen im Buntsandstein und Unterdevon der Nordeifel. Geol. Jb., 66.
VOIGT, A. (1955) : Das Bergwerk auf dem Drover Berg. Dürener Nachrichten 11.03.1955.
VOIGT, A. (1961) : Bergbau und Hüttenwesen in der Geschichte des Dürener Landes. Dürener Geschichtsblätter, 25.
WEMMER, M. (1909) : Die Erzvorkommen der Eifel mit Aufschluß der näheren Umgebung von Aachen. Dissertation Münster.
