Erzbringende Lösungen, vermutlich mehr als 200°C heiß, trafen auf Sand-steinschichten aus überwiegend gerundeten Sandkörnern. Diese Sandsteine haben daher ein großes Porenvolumen, das bis zu 40% beträgt. Verkittet werden die Sandkörner durch kieselige, tonige oder kalkige Bindemittel. Die heute feststellbare Intensität der Vererzung hängt deutlich vom freien Poren-volumen der Sandsteinschichten ab. Füllen tonige Bindemittel die Hohlräume zwischen den runden Sandkörnern aus, konnte eine Vererzung nicht stattfinden. Der nutzbare Metallgehalt der erzfüh-renden Sandsteinbänke liegt zwischen 1,5% und 2,5%.

Bleierz-Blankgut im Konglomerat (Foto Archiv GeoMontanus)

Das ganze Gebiet gehört zu einer großen Flexurzone (= geologische Biegungszone). Es ist tektonisch ungemein beansprucht, stark zerbrochen und gestört. Oft sind, örtlich begrenzt, Sandsteinpartien und Konglomerate von zahlreichen Klüften, Harnischen, Fiederspalten, steilen Verwerfungen mit Rutschstreifen und Blattverschiebungen durchzogen.

Wichtigstes Erzmineral ist der Galenit oder Bleiglanz (PbS). Er kommt aber auch als Cerussit (PbCO3) vor. Die Bleierze finden sich überwiegend in Form von Knotten, das sind 1 - 5 mm große Bleiglanzkörner, die häufig aus einem Kristallindividuum bestehen, das mehrere Quarzkörner fest verkittet. Die Verteilung im Sandstein ist stark wechselnd.

Typische Knottenvererzung (Foto Archiv GeoMontanus)
Die Bleierze treten auch als Überzüge von Konglomeraten sowie in Klüften auf. Im hangenden Konglomerat, den sogenannten “Wackendeckeln”, war früher die Vererzung am reichsten. Alle Beobachtungen lassen darauf schließen, daß der Erzgehalt der Lagerstätte mehrfach umgelagert wurde. Die Umlagerungen erfolgten jeweils nach Auflösen der Mineralien durch heiße Wässer und Wiederausfällen aus den entstandenen Lösungen. Dabei wurden sulfidische Erze oxydiert und oxydische Erze wieder reduziert.Bei diesen Vorgängen sind auch Wanderungen des Metallgehaltes eingetreten.
Ausgelöst wurde diese Umlagerung durch die zeitlich versetzt ablaufende Tektonik und die dabei ausgelösten Wasserzirkulationen. Im Ganzen blieb aber der Erzgehalt in dem Gebiet wegen der begrenzenden Randstörungsklüfte gefangen. Er konnte nicht über die Randspalten der Grabensprünge hinaus transportiert werden.

Die Herkunft der Metalle ist im Untergrund, dem Devon zu suchen. Dort wurden die Metalle durch aufsteigende heiße salinare Wässer mobilisiert und in die Buntsandsteinschichten transportiert. In der Eifel und im Aachener Gebiet sind noch heute eine Menge älterer devonischer Quarzgänge mit Bleiglanz, Zinkblende u.a. bekannt. Der Charakter der Lagerstätte ist zu beschreiben als: “Epigenetisch, sekundärhydrothermale Lagerstätte”.
Die Lagerstätte von Mechernich ist mit durchschnittlich 1,1% Pb im Roherz eine der ärmsten abgebauten Pb-Lagerstätten. Die geringen Metallgehalte ließen sich nur durch einen Bergbau im großen Maßstab und durch eine besonders durchdachte Aufbereitung wirtschaftlich gewinnen. Die Förderkapazität betrug 6.000 Tagestonnen. Für die Aufbereitung war wesentlich, daß die vererzten Anteile des Fördergutes (Sandsteine und Bindemittel der Konglomerate) überwiegend mürbe, die nicht vererzten Anteile (Gerölle von Gangquarz, Quarzite und Grauwacken) im allgemeinen besonders fest waren.
Die Aufbereitung arbeitete mit selektiver Zerkleinerung durch Prallmühlen und mit nachge-schalteter Klassierung. Dieses Verfahren ermöglichte es, über 40% der Erze vor der anschließenden Feinzerkleinerung auszuhalten. Nach dieser Feinzerkleinerung, d.h. vor der Flotation, wurden freie Quarzkörner durch Wendelscheider und Zyklone abgetrennt. Danach war es möglich, daß schließlich nur 45% des Roherzes auf Flotationsfeinheit aufgemahlen werden mußten.

Die Pb-Konzentrate wurden in der eigenen Hütte in Mechernich weiterverarbeitet. Wegen der geringen Fremdbeimengungen wurde ein besonders reines Feinblei erschmolzen.

Am Nordrand der Eifel befindet sich in einem 10 - 12 km langen und 1 - 2 km breiten Streifen zwischen Kommern und Mechernich im NO und Kall im SW in der geologischen Formation des Buntsandsteins die bedeutendste Bleierzlagerstätte Deutschlands. Man rechnet, daß heute noch ca. 100 Millionen Tonnen Bleierze vorhanden sind, das entspricht etwa 5% des Weltvorrates.

Die Bleierze, zu denen örtlich kleine Mengen Zinkerze kommen, liegen in etwa 30 m mächtigen, mürben, schneeweißen Sandsteinen und in begleitenden Konglomeraten. Im Sandstein liegen mehrere, häufig nicht niveaubeständige Flöze übereinander. Die Buntsandsteinschichten liegen diskordant, (d.h. ungleich gerichtet) auf gefalteten devonischen Schichten. Sie fallen im Mittel 8° - 12° nach Norden ein. Die Vererzung ist auf den Hauptbuntsandstein beschränkt.

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Die Bleierz-Lagerstätte Mechernich