Die Grube Silbersand bei Mayen

Was ist geblieben ?

Heute sind von dem bedeutenden Bergwerk Silbersand nur noch wenige Relikte vorhanden. Die Haldenbereiche sind im Gelände noch gut zu erkennen. Das Steigerhaus ist derzeit noch bewohnt. Das Verwaltungsgebäude ist den Verfall preisgegeben.

Der aufmerksame Wanderer findet hin und wieder noch wenige glänzende und glitzernde Steine am Wegesrand. Es ist anzunehmen, dass in wenigen Jahrzehnten nichts mehr an den Bergbau bei Mayen erinnert.

Das Steigerhaus - derzeit noch bewohnt (Foto GeoMontanus)
Gangstük mit Bleierz (Galenit) _ Haldenfund
(Foto GeoMontanus)
Vue generale des mines de Silbersand" - Farblithographie von A. Maugendre bei A. Bry, 1855

Unweit von Mayen, auf der rechten Seite des Nettetales, befinden sich die alten Haldenreste und Pingenzüge der ehemaligen Grube Silbersand.

Franciscus Ernestus Bruckmann erwähnt in seiner MAGNALIA, 1727 in Brauschweig erschienen, “Meyen, eine Stadt, hat vor 150 Jahren noch gute Silberbergwerke, so aber nunmehro gänzlich eingegangen.”

Zur Gewinnung von Blei-, Kupfer- und Eisenerzen war die Grube in den Jahren 1401 bis 1664 in Betrieb. Die mitgewonnen Zinkblende wurde, da man mit ihr nichts anzufangen wußte, aufgehaldet.

Diese reichen Haldenvorräte an Zinkblende führten im Jahre 1846 zu einer Wiederaufnahme des Betriebes. Auf dem Haupthaldenzug wurde ein Schacht abgeteuft. Er durchbrach bei einer Teufe von 23 m einen erzführenden Gang, mit einer Mächtigkeit von 1,30 m, der Zinkblende, Bleiglanz und Spateisenstein führte. Am 26. November 1847 wurde die Konzession zur Gewinnung von Blei- und Zinkerze und Spateisenstein an den in Linz am Rhein ansässigen Gastwirt Georg Ankenbrandt gegeben. Das Grubenfeld hatte ein Ausdehnung von 2.841 Hektar und 74 Ar. Ankenbrandt ließ den Versuchsschacht auf 31 m abteufen und setzte von dieser Sohle einen Querschlag in das Hangende. Hierbei wurde ein Zinkblendegang von 26 cm Mächtigkeit, ein Bleierzgang von 47 cm Mächtigkeit und ein Spateisensteingang von 2,2 m Mächtigkeit angeschlagen. Versuchsstrecken auf anderen Gangtrümmern zeigte sich negativ.

Am 4 Dezember 1852 erwarb die Aktiengesellschaft des Altenbergs für Bergbau und Zinkhüttenbertrieb in Essen den Bergbaubesitz. Diese setzte im Tal der Nette den Tiefer-Luisen-Stollen an. Der Szollen erreicht in Jahre 1855 bei einer Länge von 315 m den Erzgang. Dieser hatte bei drei Erzmitteln (Blei, Kupfer, Zink und Spateisenstein) eine Mächtigkeit von 13,6 m. Im Jahre 1855 hatte die Grube Silbersand eine Belegschaft von 33 Arbeiter.

Nachdem der Gang über der Luisen-Stollen-Sohlen abgebaut war, teufte man im westlichen Grubenfeld ein Gesenk von 22 m Teufe ab. Bei 20 m Teufe wurde eine neue Tiefbausohle errichtet. Diese erreichte nach 120 m im Liegenden den erzführenden blei- und zinkführenden Gang, der eine Mächtigkeit bis 5 m erreichte. Dieser Gang erfüllte allerdings nicht die gehegten Erwartungen. Darum wurde eine neuer Maschinenschacht unter der Luisen-Stollensohle abgeteuft. Dieser erreichte eine Teufe von 50,5 m. Es wurde eine neue Tiefbausohle angesetzt, die 1882 bei einer Länge von 172 m den Gang erreichte. Dieser hatte eine Mächtigkeit von 5 m und führte derbe antimonhaltige Blei- und Zinkerze. Weitere Aufschlüsse auf dieser Sohle zeigte nicht den erwünschten Erfolg. Auch eine zweite, 30 m tiefer angesetzte Sohle zeigte keine befriedigenden Erzmittel und so wurde 1896 der Abbau eingestellt. Auch weiteren Versuchsarbeiten im Grubenfeld Silbersand war kein Erfolg beschienen. Hier wurden die Versucharbeiten 1904 eingestellt. Eine Erzwäsch blieb allerdings bis 1914 im Betrieb.

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Das alte Verwaltungsgebäute der Grube Silbersand
(Foto GeoMontanus)