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Die Vulkane der Eifel

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Die nordwestlichsten Vukane der Eifel
Das Laacher-See-Vulkangebiet
Vulkane seit Jahrmilliarden unseren Planeten. Mehr als 80 % der Erdoberfläche über und unter dem Meer sind vulkanischen Ursprungs. Vulkanische Gasemissionen bildeten Ur-Ozean und Ur-Atmosphäre. Zahllose Ausbrüche schufen Gebirge und Hochebenen, nachfolgend durch Verwitterung und Erosion zu majestätischen Landschaften umgeformt. Aus den vielfältigen vulkanischen Förderprodukten entstanden im Laufe der Zeit fruchtbare Böden, vom Menschen seit Urzeiten bevorzugt besiedelt.
Vulkanausbruch (Archiv Geomontanus)

Die Erde wird sich wieder öffen.

Das es in der wieder zu Vulkanausbrüchen kommen wird ist sicher. Die Frage ist nur WANN???? Ein Ausbruch an in einigen Tausen Jahren erfolgen. Die Erde kann sich aber auch in einigen Monaten öffnen. Die Eifel steht am Beginn einer neuen Phase vulkanischer Tätigkeit.

Vor ca. 12.900 Jahren endete die letzte Ruhephase. Es kam zu einer gewaltigen Eruption in der Eifel.

"Damals herrschte vermutlich ähnliche Gelassenheit wie heute. Die Ur-Rheinländer rechneten sicher nicht mit einem Vulkanausbruch, schließlich lag der letzte rund 100.000 Jahre zurück." Doch eines Tages war aufquellendes Magma mit Grundwasser in Berührung gekommen. Die Druckwelle der dann folgenden Explosion knickte sämtliche Bäume in der Umgebung um wie Streichhölzer. Asche schoss 30 Kilometer hoch und gelangte mit dem Südwestwind bis nach Schweden. Westdeutschland versank in grauem Ascheregen.

Lava staute den Rhein bei Andernach, die Region des heutigen Koblenz stand metertief unter Wasser. Tage später brach der Lava-Damm. Eine Flutwelle schoss bis in die Niederlande, meterhohe Schlammströme und Wassermassen begruben das Rheintal. Prähistorische Werkzeuge und Skelette in den Geröllschichten zeigen, dass die Ur-Rheinländer von der Katastrophe überrascht wurden. Nachdem sich das Magma-Reservoir am Ort der Eruption geleert hatte, stürzte der Boden ein - die Kuhle füllt heute der Laacher See.

Die Vulkane haben eine merkwürdige Pause eingelegt

Die bislang letzten Eruption ereignete sich vor 11.000 Jahren und blieb regional begrenzt, sie führte zur Entstehung des Ulmener Maars. In der Eifel finden sich Spuren Hunderter Vulkanausbrüche. Ihre Ablagerungen verfestigten sich zu Asche- und Lavasteinen, die seit der Römerzeit in großer Menge abgebaut werden. Daneben zeugen 50 kleine Krater von Magma-Explosionen. Die sogenannten Eifel-Maare bilden heute eine reizvolle Seenlandschaft.

Experten, die die vulkanischen Ablagerungen untersucht haben, verwundert die inzwischen 11.000 Jahre lange Pause. Denn die Eruption des Laacher-See-Vulkans vor 12.900 Jahren war die erste seit gut 100.000 Jahren. Vieles spricht dafür, dass sie der Auftakt für eine lange Eruptionsserie gewesen ist, die bis heute anhält. Denn die drei vorigen Ausbruchsphasen in den letzten 450.000 Jahren dauerten jeweils einige Zehntausend Jahre, wie Forscher um Hans-Ulrich Schmincke herausgefunden haben.

Weltweit folgen Vulkane analogen Zyklen. Verliefe es in der Eifel ähnlich, seien "in der allernächsten geologischen Zukunft" zahlreiche Eruptionen zu erwarten, schrieb der Geophysiker Gerhard Jentzsch von der Universität Jena bereits vor sechs Jahren in einem Gutachten für die Bundesregierung.

Magma kann sich binnen weniger Monate sammeln

Am ehesten erwarten die Forscher lokal begrenzte Eruptionen wie zuletzt am Ulmener Maar. Dafür müsste sich nur noch ein wenig mehr Magma im Untergrund sammeln. Das könne binnen Monaten geschehen, erklärt der Geophysiker Joachim Ritter von der Universität Karlsruhe, der den Untergrund im Rahmen des "Eifel-Plume-Projektes" mit Hilfe von Schallwellen durchleuchtet hat. Erhöht sich der Gasdruck, könnte das 1000 Grad heiße Gesteinsgemisch hervorschießen, sagt Ritter.

Das Erdreich der Eifel ist in Bewegung. Vor allem zwischen Laacher See und Koblenz künden regelmäßig schwache Erdbeben von der Gefahr im Untergrund. Vermutlich löst aufsteigendes Grundwasser, das von dem Magma-Reservoir in 50 Kilometer Tiefe erhitzt wird, die Vibrationen aus. Der Boden um den Laacher See ist bereits in einem Kilometer Tiefe 60 bis 70 Grad warm - ein ungewöhnlicher Wert.

In den 1990er Jahren meinten Forscher darin die Nachwehen der Eifel-Vulkane zu erkennen. Doch inzwischen deuten sie die Signale als Zeichen anhaltender Aktivität. Ein weiteres Lebenszeichen der Eifel-Vulkane blubbert im Laacher See: Blasen im Wasser zeugen von Kohlendioxid-Gas, das aus dem Magma stammt. Steigt das Magma auf, setzt es vermutlich mehr CO2 frei.