Grube Berthold bei Wassenach am Laacher See
Stollenmundloch März 2006

Das Bergwerk Barthold befand sich nördlich von Wassenach in der Flurbezeichnung Hundswäldchen. Laut Beschreibung des Bergreviers Koblenz aus dem Jahre 1883 hatte der Gang eine Mächtigkeit von 1,5 m bei einem westlichen Einfallen von 55° bis 60°.

Der Gang führte dichten Brauneisenstein. In Drusen eingeschlossen fanden sich büschelförmiges Malachit, Kupferglanz, Kupferlasurkristalle und gediegenes Kupfer.

Es wurden 2 Schächte mit einer Teufe von 10 m bis 12 m abgeteuft und anschließend einen Stollen auf diese Schächte in den Berg getrieben.

Leider sind die vorhandenen Unterlagen des Bergamtes unvollständig. Aus einem Konzessionsriß aus dem Jahre 1847 geht hervor, dass die Gesellschaft “Kröber et Companie zu Michelstadt” ein Konzessionsgesuch stellte. Zwischen 1847 und 1849 fanden lediglich Schürfarbeiten statt. Am 22. Februar 1857 wurde schließlich die Konzession dem “Eisen- und Kupferbergwerk Barthold” verliehen.

Malachit auf Quarz von der Grube Berthold

Im Jahre 1857 ist Gustav Heinrich zu Königswinter Bergwerkspräsident.

Am 17. November 1864 wird die Konzession der Metallurgischen Gesellschaft zu Aachen verliehen.

Anschließen war die Konzession im Besitz von Franz Erasmus aus Aachen.

1870 wird Franz Voßen aus Aachen als Bergwerksbesitzer aufgeführt.
1889 wird der Kaufmann Daniel Hammerstein aus Oberlahnstein als Repräsentant des Grubenbesitzer genannt.

1899 verkaufte die Witwe von Robert Deutgen aus Düsseldorf das Bergwerk Barthold an die Gewerkschaft “Libussa”. Im Jahre 1902 besass die Gewerkschaft einen Anteil von insgesamt 80 Kuxen.
Als Gewerken wurden aufgeführt:
- Bergingenieur Henry Smits aus Düsseldorf als Repräsentant der Gesellschaft mit einem Anteil von 20 Kuxen,
- Fabrikdirektor Theodor Mühlenmeyer aus Düsseldorf mit 10 Kuxen
- Brauereibesitzer Christian Höfel aus Düsseldorf mit 20 Kuxen
- Kaufmann Otto Haagmann aus Düsseldorf mit 20 Kuxen

1904 war Dr. jur. Robert Siller aus Köln Bergwerksbesitzer.

Im Jahre 1908 erhielt die Konzession die Gewerkschaft “Nederlands” mit Sitz in Düsseldorf. Besitzer der Gesellschaft waren:
- der pensionierte ostindische Beamte,Gustaaf Carl Janus Bruins, aus der niederländischen Stadt Gravenhage, mit 99 Kuxen und
- der Direktor Henry von der Steen ebenfalls aus Gravenhage, mit 1 Kux.
Repräsentant der Gewerkschaft war Fabrikdirektor Theodor Mühlenmeyer.
1917 unternahm man, im Zuge von Rohstoffknappheit bedingt durch den I. Weltkrieg, noch einmal Probeschürfungen. Diese verliefen jedoch recht unzufrieden.

1920 übernahm die Gewerkschaft Barthold das Bergewerkseigentum. Direktor Fritz Kanoffsky aus Aachen wurde 1932 zum Repräsentanten der Gewerkschaft bestellt. 1936 bestand der Vorstand des Bergwerks aus:
- Bergassessor a. D. Otto Kalthoff aus Aachen,
- Staatsanwalt a. D. Dr. Hermann Palk aus Aachen
- Prokurist Mathias Roob aus Aachen
- Markscheider Richard Keitig aus Aachen.

1937 übernahm die Solberger AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation das Bergwerkseigentum.

Am 25.06.1968 wurde das Grubenfeld “Barthold” an die Gewerkschaft “Wilhelm” aus Antweiler verkauft.

Der Stollen ist heute verschlossen und teilweise eingefallen. Er dient Fledermäusen als Winterquartier.

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