
Die Reitwerke zu Dalbenden

Im Jahre 1644 und 1645 hat Heinrich Schmitz das Hüttenwerk zu Dalbenden gegründet. Schmitz stammte aus der Niederlande und hatte in die Schleidener Ratsfamilie Mey eingeheiratet. Die Familienbeziehung zu Reinhard von Reglinghausen liessen bei ihm den Plan reifen, eine Eisenschmelzhütten zu errichten und die in der Nähe liegenden, verfallenen Eisensteingruben zu nutzen. Reinhard von Reglinghausen war Anteilseigner an der geplanten Hütte.
Reinhard von Reglinghausen erreichte beim Jülicher Landesherrn die Abbau- und Verhüttungsrechte und die Zollfreiheit für die benötigte Kohle.
Im Jahre 1662 wurde Johann Wilhelm Peuchen, Schwiegersohn von Reinhard von Reglinghausen, dritter Anteilseigner.
Am 28. August 1663 heiratete der evangelische Pfarrer Heinrich Wilhelm Cramer die Tochter des Hüttenwerksgründers Judith Schmitz. Eine Mitarbeit Cramers in der Vetriebsführung der Hütte gilt als wahrscheinlich.
Nach dem Tod von Heinrich Schmitz übernahm der Sohn von Heinrich Wilhelm
Cramer, Ludolf und der Enkel Johann Peter die Betriebsführung der Eisenhütte.
Durch geschickte Heiratspolitik und Abfindungen der Erben früherer Mitbesitzer
wurde die Familie Cramer alleiniger Besitzer des Hüttenwerks zu Dalbenden.
Johann Peter Cramer baute das Hüttenwerk zu einem der bedeutesten
Eifeler Werks aus. Unterhalb des Burghauses lag an der Urft der Eisenhammer,
das Haupthaus, die Wasserkraft und drei Hütten zur Lagerung des Eisens.
Etwas davon enfernt lag urftaufwärts der Hochofen.
Im Jahre 1776 bekam er vom Jülicher Landeshern die Erlaubnis, ein weiteres
Hüttenwerk in Dalbenden zu errichten. Erst sein Sohn Johann Ludolf ließ im
Jahre 1785 oberhalb der Burg Dalbenden - Neubenden - ein neues Hüttenwerk
und ein barockes Landschloß errichten.
Nach der fanzösischen Herrschaft konnte nicht mehr an die wirtschaftliche Blüte früherer Zeiten angeknüpft werden.
Im Jahre 1815 waren noch 11 Arbeiter Beschäftigt, die 165 Tonnen Roheisen und 123 Tonnen Stabeisen produzierten.
1870 verkaufte die Familie Cramer das ubrentable Werk.
