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Die Reitwerke der Eifel

Reitwerke entstanden im Spätmittelalter in der Eifel. Die ersten Hütten wurden bereits Anfang und Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet. Reitwerke vereinen zwei Produktionsschritte, das Verhütten und das Schmieden des Eisens. Dazu wurden zwei mittelalterliche Erfindungen eingesetzt, der Hochofen, der den Rennofen ablöste, und die Wasserkraft, welche Blasebälge und Schmiedehämmer antrieb und die Eisenverarbeitung von den Höhen in die Täler lockte. Die Hammerwerke befreiten mit den schweren, mechanisch arbeitenden Auswurf- oder Rohstahlhämmern die im Stückofen aus Eisenerz und Holzkohle zusammengeschmolzenen Rohlinge von Schlacken. Später wurden die Hämmer auch zum Recken und Breiten von Rohmaterial benutzt und brachten so die gewonnenen Rohlinge in die gewünschte Form. Bei Frost, Hoch- oder Niedrigwasser musste die Arbeit in den Reitwerken ruhen.

Der hohe Holzkohlebedarf der Reitwerke führte in Eifel zu Kahlschlag der Buchen- und Birkenwälder, deren Holz am besten für die Holzkohle geeignet war, die in den Reitwerken Verwendung fand, und damit zu einer empfindlichen Verknappung dieses Werkstoffes, auch wenn die Obrigkeit, die ansonsten die Ansiedlung von Reitwerken als willkommene Einnahmequelle förderte, diesem Raubbau durch Erlasse entgegentrat.

Die Randlage, in die die Eifler Eisenindustrie durch den Anschluss an Preußen nach 1815 geriet, war - verbunden mit der schlechten Verkehrsanbindung ein weiterer Grund für den Niedergang. Doch letztlich gab der technische Fortschritt, der zur Entstehung der Reitwerke und frühneuzeitlichen Eisenindustrie in Eifel geführt hatte, dieser Produktionsform den Todesstoß. Durch den Einsatz von Koks bei der Eisenverhüttung und der witterungsunabhängigen Dampfmaschine bei der Weiterverarbeitung verloren die Reitwerke ihre Wirtschaftlichkeit und wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts in Eifel. Die Eisenindustrie wanderte in die Steinkohlenreviere und zu ergiebigeren Erzlagern ab.

Die Reitwerke der Eifel und ihre Besitzer