
Das Reitwerk zu Kall (Call)

Die ersten bekannten Besitzer des Reitwerkes waren der Herzog von Arenberg und der Hüttenmeister Paul Heinrich Schruff.
Als Schruff infolge schlechter pekuniärer Verhältnisse seinen Anteil nicht weiter betreiben konnte, kaufte die Preußische Regierung 1826 seinen Anteil und setzte Eduard Schott, der spätere Oberhütteninspektor, als Hüttengehilfe in Kall ein.
Die Preußische Regierung vwerwendete das in Kall erzeugte vorzügliche Eisen zur Herstellung von Gewehrläufen, die in den neu g3gründeten Gewehrfabriken in Essen und Saarn hergestellt wurden.
In späteren Jahren wurde Peter Jakob Poensgen aus Blumenthal alleiniger Besitzer des Kaller Hüttenwerks.
Der Sohn von Peter Jakob Poensgen, Hermann Poensgen, hat den Betrieb bis
zum entgültigen verfall der Eifeler Eisenindustrie weiterbetrieben.
Der Hochofen wurde später erneuert und die Zufuhr so angelegt, dass
man die Eisenerze und Holzkohle mit einer Karre direkt zur Gicht transportieren
konnte. Er bezog den Eisenstein zu größten Teil aus Nassau und
dem Siegerland. Ein Vorzug der ihm die nahe Lage des Hüttenwerkes an
der Eisenbahnstrecke gewährte. Aus der Eifel kam kaum noch Eisenerz.
Die Sistiger Gruben, deren Eigentümer Poensgen war, waren
längst abgesoffen. Hermann Poensgen führte bei dem neuen Hochofen
an drei Stellen warme Gebläseluft zu. Dadurch steigerte er die Produktion
auf er alle 24 Stunden 5.000 bis 6.000 kg Gußeisen liefern konnte.
Die ganze Anlage erwies sich auf die Dauer als nicht retabel. Er stellte
1883 den Betrieb entgültig ein.