Die Gerolsteiner Dolomiten

Die Wahrzeichen von Gerolstein sind die Felsnasen der Hustley, Munterley, Drohender Ley, Großer Kanzel und Auberg.

Die Gerosteiner Dolomiten stellen 400 Mio. Jahre Erdgeschichte und 24.000 Jahre Menschheitsgeschichte dar.

Kalkhaltige Sedimente des warmen Mitteldevonmeeres und der Aufbau eines Riffs aus Korallen und Stomatoporen prägten vor ca. 360 Mio. Jahren diesen ehemaligen Meeresboden. Dabei wurde das Riff im Kern der Gerolsteiner Kalkmulde relativ rasch „dolomitisiert". Durch das Einwaschen von magnesiumhaltigem Wasser wurde der kohlensaure Kalk durch kohlensaures Magnesium ersetzt. Ein gebirgs-bildendes Kalzium-Magnesium-Karbonat (CaCO3xMgCO3) entstand, das sich heute z. T. über 100 m aus dem Kylltal als verwitterungsbeständiges Gestein heraushebt.

Ablagerungsgesteine aus anderen erdgeschichtlichen Epochen sind im Bereich der Gerolsteiner Kalkmulde in deren randbereichen vorzufinden. So die Buntsandsteinschichten am Heidekopf südöstlich von Gerolstein und bei Bewingen. Erst der Vulkanismus der Erdneuzeit führte wieder zu schwerwiegenden Veränderungen: Der Ausbruch der Vulkane von Papenkaule und Hagelskaule und das Abfließen des Sarresdorfer Lavastromes sind Ereignisse, die unsere steinzeitlichen Vorfahren schon erlebt haben dürfen. Die Papenkaule stellt dabei nach neueren Erkenntnissen kein Maar, sondern einen Kraterkessel dar, der sich nicht zu einem Schichtvulkan aufbauen konnte. Nach Gasexplosionen in das Dolomitenplateau hinein und der Freisetzung von Aschen und Tuffen floß die flüssige Lava nicht aus dem Schlot der Papenkaule, sondern aus der nordwestlich gelegenen Hagelskaule in südliche Richtung hinunter bis ins Kylltal. Die Klüftigkeit des Dolomits gab dafür den Anlaß. Dieser Lavastrom ist an der Eisenbahntrasse westlich von Gerolstein angeschnitten. Der durchlässige Untergrund der Papenkaule verhinderte auch die Bildung eines Kratersees. Am Fuße der Dolomiten kann die vulkanische Aktivität des Gebietes auch heute noch festgestellt werden. In den Auen des Kylltals kommt es zu Kohlensäure-Entgasungen (sog. Mofetten) als postvulkanische Tätigkeit dieser alten Ausbrüche. Von der Kohlensäure und dem kohlendioxidhaltigen Mineralwasser lebt heute ein bedeutender Wirtschaftszweig der Stadt.

Ein besonderer ökologischer Wert der Gerolsteiner Dolomiten liegt in den Felsen, den Laubwäldern und den Magerrasen mit wärmeliebenden Gebüschformationen, die eine speziell angepaßte Flora und Fauna beheimaten.

Literatur:

BUSCH, P. J. (o. J.): Naturdenkmale - Ein Heimatbuch des Trierer Raumes.- Recklinghausen.

CÜPPERS; H. (Hrsg.) (1990): Die Römer in Rheinland-Pfalz.- K. Theiss Verlag, Stuttgart.

DOHM, B. (1957): Die Hagelskaule bei Gerolstein in der Eifel und der Sarresdorfer Lavastrom.- In: HOL, J. B. L.: The Earth - Its crust and its atmosphere. Leiden 38-42.

DOHM, B. (1976): Die geologischen Verhältnisse im Landkreis Daun.-Görres-Verl., Koblenz.

FRECHEN, J., HOPMANN, M & KNETSCH, G. (1967): Die vulkanische Eifel.- Stollfuß Verlag, Bonn.

MEYER, W. (1986): Geologie der Eifel.- E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.

RAHM; H. (o. J.): Die Gerolsteiner Dolomiten. Naturschutz Nr. 6, Jg. 20, 124-126.

SPRUTE, W. (1986): Kultstätte Gerolsteins saniert. Der keltisch-römische Tempelbezirk „Judenkirchhof".- In: Heimatjahrbuch des Kreises Daun 1987,245-248.

WACKENRODER, E. (1928): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Zwölfter Band, Die Kunstdenkmäler des Kreises Daun.- Schwann, Düsseldorf.

ZEPP, J. (1935): Die Papenkaule bei Gerolstein in der Eifel.- In: Geol. Naturdenkmäler in der Rheinprovinz. Rhein. Heimatpflege H. 1, 7 Jg., 58-60.

Home
Geologie
Mineralogie
Montangeschichte
Impressum
Interessante Links