Der Kartstein in Mechernich-Eiserfey

Die Entstehung des Kartsteines

Die meisten Kalke der Eifel sind meist durch Mergelschichten unterbrochen. Dadurch kann zwar das Wasser abfließen, aber eine Höhlenbildung ist dadurch kaum möglich. Die beiden Höhlen im Kartstein haben sich nicht in den Kalken des Devon gebildet, sie stehen aber mit der Verkarstung in engem Zusammenhang.

Bedingt durch die Verkarstung wird der Kalk gelöst und anschließend zum großen Teil wieder ausgefällt. Das geschieht häufig schon in den Quellen. Hier entweicht ein Teil des im Wasser vorhandenen Kohlendioxids. Damit sinkt die Fähigkeit des Wassers, gelösten Kalk weiter zu transportieren. Dadurch bedingt, setzen sich oft Quellkalke, die auch Travertine genannt werden, in den Karstquellen ab.

Der Kartsteinfelsen in Eiserfey ist ein wunderbarers Beispiel eines solchen Travertins. Der Felsen wurde von einer starken. oberhalb gelegenen Karstquelle abgesetzt. Man muß sich auf der Höhe des Kartsteinfelsens kleine Seebecken vorstellen, die über große Kaskaden ins Tal abgeflossen sind.

Diese Travertinablagerungen stammen aus einer Warmzeit des Mittel-Pleistozäns vor etwa 200.000 - 300.000 Jahren. Danach ist der große Felsen aus Travertin also wesentlich jünger als die devonischen Gesteine, die noch am Boden der großen Höhle zu sehen sind. Diese gehören in das Mittel-Devon der Sötenicher Kalkmulde. Diese ist die nördlichste der Eifelkalkmulden.

Die Besiedelung der Höhlen im Kartstein

Die ältesten Funde aus der Höhle stammen vom Beginn der letzten Eiszeit. Sie sind demnach etwa 80.000 bis 100.000 Jahre alt. Demnach muß damals die Höhlenbildung bereits weitgehend abgeschlossen gewesen sein.

In den beiden Höhlen zeugen die Funde von Knochen und Zähnen davon, daß während der letzten Eiszeit die Höhlen von Höhlenbären aufgesucht wurden. Neben diesen Knochen fanden sich Reste des ganzen Spektrums der eiszeitlichen Fauna.

Mehrfach wurden die Höhlen im Felsen auch in prähistorischer Zeit von Menschen bewohnt. Die aufgefundenen Steinwerkzeuge konnten den Neandertalern zugewiesen werden. Auch in späterer Zeit haben Steinzeitmenschen die Höhlen aufgesucht, worauf Funde von Steinwerkzeugen aus dem Jungpalöolithikum hinweisen.

Gegen Ende der letzten Eiszeit, vor rund 11.000 Jahren, wurden die Höhlen dann abschließend von Rentierjägern besiedelt.

In der Eisenzeit bauten die Kelten auf dem Plateau des Kartsteinfelsens einen sogenannten Abschnittswall. Er ist heute noch gut zu erkennen. Auch zur Zeit der Römerherrschaft wurden die Höhlen begangen, worauf Funde von Ton- und Glasscherben hinweisen. Man kann vermuten, daß ein Teil der Decke in der Großen Höhle erst nach dieser Zeit einstürzte, denn die Blöcke liegen zum Teil über den römischen Schichten.

Ein großer Kalkstein, der Karstein, überragt bei Mechernich-Eisenfey das Tal. Dieser Felsen mit seinen großen Höhlen ist eine besondere geologische Attraktion in der Eifel. Diese auffällige Felsformation ist etwa 300 000 Jahre alt und stammt aus dem Mittelpleistozän.

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