Der Laacher See

Der Laacher See ist das Zentrum des Vulkangebietes der östlichen Eifel. Es dehnt sich ca. 10 km weit nach allen Seiten um den See herum aus. Dieses Vulkangebiet westlich des Neuwieder Beckens, des großen Einbruchsgebietes zwischen Koblenz und Andernach, geht letztlich auf die Hebung des Rheinischen Schiefergebirges und auf Bruchschollenberechnungen zurück. Das Gebiet um den Laacher See stellt eine Vulkanlandschaft dar, die durch eine Vielzahl von Vulkanen die Geschichte des Vulkanismus in der Osteifel dokumentiert.

Der See mit seinem bewaldeten Ringwall und dem Kloster Maria Laach macht einen idyllischen und friedlichen Eindruck, aber das war nicht immer so.

Vor ca. 12.900 Jahren brach der Vulkan zum bisher letzten Mal aus. Danach bildete sich eine sogenannte Caldera ( kein Maar ). Hier befindet sich heute der 3,2 Quadratkilometer große und über 50 m tiefe Laacher See. Die Landschaft um den See gibt heute noch Zeugnis von dieser größten Vulkaneruption in Mitteleuropa in erdgeschichtlich jüngster Zeit. Mittels Vegetationsfunden konnte von Wissenschaftlern der Ausbruch auf die Monate Mai bis Juni datiert werden. In ca. einem Kilometer Tiefe traf das ca. 1.000 Grad Celsius heiße Magma auf Grundwasser. Daraus bildete sich eine hochexplosive Mischung. Tone, Schotterlagen und die Tuffe älterer Ausbrüche wurden in die Luft geschleudert.Das Gebiet um den Laacher See stellt eine Vulkanlandschaft dar, die durch eine Vielzahl von Vulkanen die Überbleibsel des Vulkanismus in der Osteifel dokumentiert.

Der Ausbruch des Laacher Vulkans dauerte höchstens 10 Tage mit ca. achtstündigen Eruptionsphasen. Dazwischen gab es Tage ohne nennenswerte Eruptionen. Es wurden beim gesamten Ausbruch rund 16 Kubikkilometer Magma ausge-schleudert. In einer Entfernung von ca. 50 km befinden sich heute noch eine bis zu einem Meter dicke Bims- und Tephraschicht die von diesem Ausbruch stammt. Die Höhe der Eruptionssäulen muß bis zu 40 km betragen haben.

Die heiße Gassäule löste während der Eruption heftige Gewitter, die mit starkem Regen verbunden waren, aus. Ein Schlammgemisch aus Wasser, Bims und Asche lagerte sich in den Seitentälern ab. Dieser Schlamm verfestigte sich und hieraus entstand der sogenannte Trass.

Bedingt durch diese enorme Eruption kam es zu einer weltweiten klimatischen Veränderung. Auf diese Klima-Verschlechterung. deuten auch die Jahresringe einer ca. 12.900 Jahre alten Kiefer hin, die man in der Schweiz gefunden hat.
Im Gebiet des Laacher Sees tritt heute noch an der Erdoberfläche Kohlendioxid aus.Im benachbarten Brohltal traten in angebrachten Bohrlöchern bis zu 4.000 kg am Tag aus. Man schätzt, dass in der gesamten Eifel täglich 200 Tonnen Kohlendioxid ausströmen.

Beeindruckend sind die im See aufsteigenden Gasblasen, die sogenannten Mofetten. Diese sind am besten am Ostufer in einem 100 bis 200 Meter breiten Streifen zu sehen. Es handelt sich hierbei um Kohlendioxid CO2, das durch entgasendes Magma erklärt werden kann.

Mofetten am Ostufer der Laacher Sees (Foto: Archiv GeoMontanus)
An verschieden Stellen am Ostufer des Laacher Sees treten Sand- und Silitsteine des Unterdevons (Mittlere Siegen- Schichten) zutage. Die Schichtflächen fallen steil nach Nordwesten ein. Sie befinden sich über der großen Siegener Hauptüberschiebung, die von Siegen bis Gillenfeld das Rheinische Schiefergebirge durchzieht.
Bewegungen, verursacht durch die Verschiebungszone, drehten die Unterdevonischen Gesteine in diese abnormale Steillage.
(Foto: Archiv GeoMontanus)
Im Tagebau der Grube Marhöfer wurden die Auswürfe des Laacher Sees zur Schottergewinnung abgebaut. Bedingt durch den Abbau wurde die dünenartige Oberfläche des Randrückens vom Laacher See angeschnitten.

Die Eruption des Laacher Sees überschüttete die Randhöhen mit Lockermassen. Die Explositionen waren so stark, dass sie über dem Erdboden rasch ausbreitende Eruptionsstöße auslösten. Diese häuften das Auswurfmaterial zu einem dünenartigen Rücken auf.

Aufschluß der Grube Marhöfer - Dünenartige Oberfläche
(Foto: Archiv Geomontanus)

Foto: Archiv GeoMontanus
Laacher See - Foto: Archiv GeoMontanus
18.05.1980 Mount St. Helens - So oder ähnlich muß der Laacher-See-Ausbruch ausgesehen haben - Foto: U.S. Geological Survey

Literatur:

AHRENS, W. (1930): Geologisches Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.

FRECHEN, J., HOPNANN, J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.

GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer Geographentag, Bonn.

GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, o. O..

HENNING, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.

MEYER, W. (ca. 1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Das Gebiet um den Laacher See Osteifel wurde vorwiegend vom jungen Vulkanismus des Pleistozäns geprägt. Geologisch zählt es, mit der restlichen Eifel und den Ardennen zum Rheinischen Schiefergebirge, das sich vor ca. 290 Mio. Jahren bildete. Im mittleren Tertiär erfolgte ein Einbruch der Niederrheinischen Bucht und der Beginn des älteren Vulkanismus in der Osteifel.

Home
Geologie
Mineralogie
Montangeschichte
Impressum
Interessante Links