



Der Laacher See ist das Zentrum des Vulkangebietes der östlichen Eifel. Es dehnt sich ca. 10 km weit nach allen Seiten um den See herum aus. Dieses Vulkangebiet westlich des Neuwieder Beckens, des großen Einbruchsgebietes zwischen Koblenz und Andernach, geht letztlich auf die Hebung des Rheinischen Schiefergebirges und auf Bruchschollenberechnungen zurück. Das Gebiet um den Laacher See stellt eine Vulkanlandschaft dar, die durch eine Vielzahl von Vulkanen die Geschichte des Vulkanismus in der Osteifel dokumentiert.
Der See mit seinem bewaldeten Ringwall und dem Kloster Maria Laach macht einen idyllischen und friedlichen Eindruck, aber das war nicht immer so.
Der Ausbruch des Laacher Vulkans dauerte höchstens 10 Tage mit ca. achtstündigen Eruptionsphasen. Dazwischen gab es Tage ohne nennenswerte Eruptionen. Es wurden beim gesamten Ausbruch rund 16 Kubikkilometer Magma ausge-schleudert. In einer Entfernung von ca. 50 km befinden sich heute noch eine bis zu einem Meter dicke Bims- und Tephraschicht die von diesem Ausbruch stammt. Die Höhe der Eruptionssäulen muß bis zu 40 km betragen haben.
Die heiße Gassäule löste während der Eruption heftige Gewitter, die mit starkem Regen verbunden waren, aus. Ein Schlammgemisch aus Wasser, Bims und Asche lagerte sich in den Seitentälern ab. Dieser Schlamm verfestigte sich und hieraus entstand der sogenannte Trass.
Beeindruckend sind die im See aufsteigenden Gasblasen, die sogenannten Mofetten. Diese sind am besten am Ostufer in einem 100 bis 200 Meter breiten Streifen zu sehen. Es handelt sich hierbei um Kohlendioxid CO2, das durch entgasendes Magma erklärt werden kann.


Die Eruption des Laacher
Sees überschüttete die Randhöhen mit Lockermassen. Die Explositionen
waren so stark, dass sie über dem Erdboden rasch ausbreitende Eruptionsstöße
auslösten. Diese häuften das Auswurfmaterial zu einem dünenartigen
Rücken auf.
Aufschluß der
Grube Marhöfer - Dünenartige Oberfläche
(Foto: Archiv
Geomontanus)
Literatur:
AHRENS, W. (1930): Geologisches
Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.
FRECHEN, J., HOPNANN,
J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.
GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer
Geographentag, Bonn.
GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen
am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift
für Archäologie des Mittelalters, o. O..
HENNING, I. (1965):
Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten
zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.
MEYER, W. (ca. 1986):
Geologie der Eifel, Stuttgart.
SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und
heutige Bedeutung, Haltern.
Das Gebiet um den Laacher See Osteifel wurde vorwiegend vom jungen Vulkanismus des Pleistozäns geprägt. Geologisch zählt es, mit der restlichen Eifel und den Ardennen zum Rheinischen Schiefergebirge, das sich vor ca. 290 Mio. Jahren bildete. Im mittleren Tertiär erfolgte ein Einbruch der Niederrheinischen Bucht und der Beginn des älteren Vulkanismus in der Osteifel.
