
Die Palsen im Brackvenn
Palsen
- Frosthügelreste
im Hohen Venn
Im Hohen Venn finden sich auf einer Fläche von
mehr als 2000 ha Reste von periglazialen Hügeln. Diese vorwiegend rundlichen
Becken liegen auf einer Höhe von 500 m bis 700 mNN. Die Standorte sind
in flachem Gelände oder an Hängen mit geringer Neigung von weniger
als 5%.
Sie können eine Größe von bis zu 50 m Durchmesser haben. In Hanglagen sind längliche Formen von einigen hundert Meter Länge anzutreffen. Über lange Zeit hielt der Volksglauben diese Beckenformen für ehemalige Fischteiche, Viehtrenken, Steinbrüche oder Vulkankrater. Erst durch die wissenschaftliche Arbeit der Universität in Lüttich wurde Licht in dieses Dunkel gebracht. Im Jahre 1956 sprach man erstmals von Pingos.

Auf Grund weiterer Untersuchungen wurde diese Interpretation 1974 revidiert. Es konnte nachgewiesen werden, daß diese periglazialen Hügel durch Segregationseis gebildet wurden. Diese Frosthügelformen bezeichnet man im finnischen Ursprung als Palsen oder Palsa.
Bei den echten Pingos
hingegen erfolgt das enorme Wachstum durch an die Oberfläche durchbrechendes
Wasser. Dieser Vorgang führt zur Bildung von teilweise gewaltigen kompakten
Eislinsen. Ein solches Wachstum erfordert ein hydraulisches Drucksystem in
den wasserführenden Bodenschichten, welches auf den flachen Höhenrücken
des Hohen Venns nicht zur erwarten ist.
Entstehung eines Palsen
Die Palsen im Hohen Venn
entstanden vor ca. 10.000 bis 11.00 Jahren am Ende der letzten Eiszeit (in
der jüngeren Dryaszeit des Pleistozän). Zu dieser Zeit herrschte
hier ein raues Klima. Die Temperaturen lagen im Jahresmittel zwischen -1°C
bis -5°C. Während des Sommers konnte der Boden oberflächlich
auftauen. Eine weitere wichtige Bedingung für die Entstehung von Palsen
war das sehr feuchte und feinkörnige Bodensubstrat.







Im Brackvenn lassen sich
beispielhafte Palsen über den Geopfad Ternell erwandern.
Weitere Informationen
unter www.hohesvenn.de.