Die Wolfsschlucht bei Wassenach

Der Laacher-See Vulkan hatte ein hochwxplosives Stadium erreicht.

Heiße Glutwolken und Ascheströme ergossen sich in mehreren Schüben nach allen Seiten aus dem Vulkan.

Der das Wassenacher Tal passierende Aschestrom füllte das Brohltal bis zum Rhein hin aus. Das Brohltal wurde bei der Mündung des Wassenacher Tales bis zu einer Höhe von 60 m ausgegossen. Es lässt sich mehrfach eine obere dunkle und eine untere helle unterscheiden. Dabei sind die dunklere Lagen meist weniger verfestigt. Sie werden als “Tauch”, “Wilder Traß” oder auch als “Bergtraß” bezeichnet.

Der Beginn der Traßablagerungen erfogte allesdings anfangs durch weniger dramatischrn Aschefall. Nach Schweitzer finden sich an der Basis des Trasses Pflanzen noch in Lebendstellung, die durch Asche, wie durch eine Schneedecke eingehüllt wurden.

Für die nachfolgende Hauptzeit ist eine Mindesttemperatur der Ascheströme von über 350° anzunehmen. Dies ergibt sich dadurch, dass noch 10 km vom Ausbruchzentrum entfernt eingeschwemmte Baumstämme noch mehr oder weniger verkohlt sind. Die Entzündungstemperatur für Holz liegt bei 350° bis 400° C.

Unmittelbar nach der Ablagerung wurde der Traß stark erodiert. Es ist wahrscheinlich, dass sehr heftige Sturzfluten die auf starke Regenfälle (vielleicht durch die Eruptionsgewitter) zurückzuführen sind, dafür verantwortlich sind.

Eine Auswertung der Pflanzenfunde ergab nach Schweitzer, dass zur Ausbruchszeit dort ein lichter mit Traubenkirschen und Zitterpappeln durchsetzter Birken-Kiefern-Wald vorhanden war. Das Klima war seinerzeit erheblich kühler. Die Jahreszeit der Ascheeruption kann anhand der Pflanzenfunden bestimmt werden. Die Bäume und Sträucher hatten ihr Laub voll entfaltet. Die Seggen war verblüht und ihre Früchte waren noch nicht ausgereift. Unreife Früchte hatten die Traubenkirschen noch. Wenn man die klimatischen Verhältnisse zur Zeit der Traßablagerung (wie heute in Lappland) berücksichtigt, dann kann von eine Eruption in der zweiten Hälfte im Juli angenommen werden.

Die Klosterruine Tönnisstein

In der Nähe der Wolfsschlucht kann man die Reste des ehemaligen Karmelitenklosters Tönnisstein auf einem steilabfallenden Bimstuff-Rücken sehen. Der Legende nach wurden die Menschen der Region durch ein helles Licht in einem Dornbusch erschreckt. Ein mutiger Hirte, der diese Stelle näher erkundigte, sah die Schmerzhafte Gottesmutter mit ihrem Sohn und den davor knieenden Heiligen Antonius (Antonius im Volksmund auch Tönnes genannt - deswegen Tönnisstein). An dieser Stelle wurde im Jahre 1390 eine kleine Kapelle, die der Gottesmutter, dem Heiligen Antonius und dem Heiligen Wendelin geweiht wurde, errichtet. Im Jahre 1477 wurde dann durch die Karmeliten mit dem Bau eines Klosters begonnen. Der Bau wurde im Jahre 1498 vollendet.

Während der Säkularisierung wurde das Kloster im Jahre 1802 aufgelöst. Das Marienbild wurde in die Kirche nach Kell überführt. Es wird heute noch verehrt.

Die Wolfsschlucht liegt zwischen Wassenach und Bad Tönisstein. Hier hat sich der Tönissteiner Bach, bis auf die unterdevonischen Sandsteine und Schiefer, rückwärts durch den den Aschestrom geschnitten. Es ist im Trassstrom ein wechsel zwischen groben Bimslagen und feinen Aschen zu erkennen. Scheinbar erfolgten die Ablagerungen in mehreren rasch aufeinander folgenden Schüben. Man kann hier in wenigen hundert Meter Länge auf eindrucksvolle Weise verschiedene Talformen beobachten, diezeigen, wie sich der Bach in den weichen Untergrund einschneidet. Es bildeten sich teilweise kleine Stromschnellen, die man bei größeren Flüssen als Katarakte bezeichnen würden. Im Bach kann man an einigen Stellen kleine Blasen von Kohlensäuregas, Mofetten ganannt, beobachten, die von dem erkalteten Magmakörper aus der Tiefe abgegeben werden. Dieses Gas steigt durch Klüfte nach oben. Mit Kohlensäure angereichert können die Wässer Eisenverbindungen in gelöster Form transportieren, die als Eisenhydroxid (rostrote Färbungen im Flussbett) in Kontakt mit der Atmophäre ausgefällt werden.

Bild Archiv GeoMontanus

An einem Julitag vor ca. 12.900 Jahren kam es zu einer riesigen Vulkankatastrophe

Im Bach kann man an einigen Stellen kleine Blasen von Kohlensäuregas, Mofetten ganannt, beobachten, die von dem erkalteten Magmakörper aus der Tiefe abgegeben werden. Dieses Gas steigt durch Klüfte nach oben. Mit Kohlensäure angereichert können die Wässer Eisenverbindungen in gelöster Form transportieren, die als Eisenhydroxid (rostrote Färbungen im Flussbett) in Kontakt mit der Atmophäre ausgefällt werden.

Bild Archiv GeoMontanus

Der Tönissteiner Bach hat sich immer mehr in den Aschestrom eingeschnitten und im laufe der Zeit drei Stufen geschaffen. Die oberste dieser Stufen bildet einen eindrucksvollen Wasserfall. Diese Stuffe wird im laufe der zeit immer mehr zurückverlegt werden. Oberhalb des Wasserfalles fliesst der Bach auf der Oberfläches des Aschestromes.

Bild Archiv GeoMontanus
So oder ähnlich muss man sich den Ausbruch des Laacher See Vulkanes verstellen (Bild Archiv GeoMontanus)

Literatur:

AHRENS, W. (1930): Geologisches Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.

FRECHEN, J., HOPNANN, J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.

GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer Geographentag, Bonn.

GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, o. O..

HENNING, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.

MEYER, W. (ca. 1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Die letzten sichtbaren Reste des Klosters Tönisstein (Bild Archiv GeoMontanus)
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