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Bausenberg

Nördlich von Niederzissen liegt der Vulkan Bausenberg. Er hat den best erhaltenen Ringwall aller Eifelvulkane.

An einem Hang des Bausenberges bietet sich dem Betrachter ein schöner natürlicher Aufschluß, an dem sich die unterschiedlichen Schichten vulkanischen Materials leicht beobachten lassen. Der Bausenbergvulkan steht auf anstehendem devonischem Material steht. Dieses Basismaterial ist an seiner Oberseite humushaltig; der Vulkan ist also offensichtlich während einer Warmzeit ausgebrochen.

Hier läßt sich nun die bei der Eruption entstandene Schichtung betrachten. Diese Schichtung ist nur bedingt regelmäßig: es scheinen rein optisch nur wenige Substrate im Spiel zu sein, und ein Teil der Schichten folgt einander in fast regelmäßigen, kurzen Abständen, andere Schichten stechen durch sehr große Mächtigkeit hervor.

Im unteren Teil des hier sichtbaren Aufschlusses liegt eine regelmäßige Schichtung vor. Diese Schichtung ist noch zu 80 cm zu sehen. Sie setzt sich in die Tiefe bis zu einer Gesamtmächtigkeit von mindestens zwei Metern ist an dieser Stelle allerdings von akkumuliertem Material zugedeckt. Die Schichten sind abwechselnd rötlich-feinkörnig und dunkel-gröber. Ihre Mächtigkeit liegt jeweils im Bereich weniger Zentimeter. Darüber schließt sich eine rund sechs Meter mächtige Schicht an, die ebenfalls sehr grobes Material, oft gar Bomben und Schweißschlacken enthält.

Der Grund für die Herausbildung der Schichtung, der Körnung und der Färbung liegt in der unterschiedlichen Intensität der Eruptionen. Während des Ausbruches wechselte die Intensität mehrmals, wobei sich jedesmal eine Schicht mit bestimmten Eigenschaften bildete. Bei stärkeren Eruptionen wurde mehr Grobmaterial gefördert, schwächere Eruptionen lagerten mehr Feinmaterial ab. Auch die unterschiedliche Färbung ist möglicherweise über die Eruptionsintensität erklärbar: bei weniger starken Eruptionen kam nicht so schnell viel Material nach, so daß das Material sehr viel länger in heißem Zustand in Kontakt mit dem Luftsauerstoff kam. Hierbei entstanden Oxidationen, die eine intensive Rotfärbung bewirkten. Gegen Ende der Eruption scheint diese noch einmal besonders heftig gewesen zu sein; dies zeigt die sehr mächtige, extrem grobkörnige obere Schicht.

Der Bausenberg lieferte bei seinem bisher einzigen Ausbruch nur vergleichsweise wenig Material, vermutlich nur einige tausendstel Kubikkilometer. Zum Vergleich: der Ausbruch am Mt St. Helens förderte rund 16 km² Magma, das gleiche Volumen entströmte dem Laacher-See-Vulkan an Bims (entspricht rund 5 km² Magma).

Der Bausenberg entstammt nur einer einzigen Eruption; hierfür spricht das Fehlen älteren Materials und einer Verwitterungsschicht im Ergußmaterial.

Der an einer Seite offene, fast 500 m durchmessende Krater bildet eine sehr effektive Windfalle, die in der Lage ist, den Wind zu verlangsamen und ihm so größere Schwebpartikel zu entziehen. Folgerichtig ist der Kraterboden mit einer mächtigen Lößschicht gefüllt. Diese Lößschicht im Kraterkessel wird von einem Betrieb landwirtschaftlich genutzt.

Da Material eingeweht wurde, war der Krater vor der Lößeinwehung vermutlich tiefer als die heutigen 40 m ab Oberkante; letztere hat sich in der Zwischenzeit in ihrer Höhe kaum verändert, da sehr widerständige Schweißschlacken die Oberkante bildeten, die dem Abtrag entgegenwirkten.

Die Lößschicht bildet gleichzeitig einen Terminus antiquem, eine Zeitmarke, vor der ein Ereignis geschehen sein muß. Löß bildete sich bekanntlich gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 20000 Jahren. Da hier Lößeinwehung stattgefunden hat, muß der Vulkan älter sein als 20000 Jahre. Die Einschlüsse organischen Materials zeigen außerdem, daß der Ausbruch während einer Warmzeit stattgefunden hat. Dies ist also spätestens die Eem-Warmzeit.

Die Lava floß herunter ins Tal des Vinxtbaches und liegt dort auf der Mittelterrasse, die in der Mindeleiszeit gebildet wurde. Folglich fand die Eruption nach der Mindeleiszeit statt.
Mit unterschiedlichen physikalisch-chemischen Datierungsmethoden wurde das Alter des Lavamaterials vom Bausenberg auf rund 200000 Jahre datiert; die Eruption fand also während der Holsteinwarmzeit statt. Die Bodenbildung im Untergrund ist noch nicht weit fortgeschritten, die Eruption fand also zu Beginn der Warmzeit statt.

Literatur:

AHRENS, W. (1930): Geologisches Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.

FRECHEN, J., HOPNANN, J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.

GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer Geographentag, Bonn.

GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, o. O..

HENNING, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.

MEYER, W. (ca. 1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Luftaufnahme - Bausenberg (Archiv GeoMontanus)
Diese eindrucksvollen Felsformationen enstanden kurz vor dem Ende der Eruption. Es wurden größere gasreiche Schlacken ausgestoßen, die sich auf der Wallkrone des Krates abgelagerten. Der Ringwall wurde weitgehend von Abtragungen und Erosionen verschont. (Archiv GeoMontanus)