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Dachsbusch

Der Dachsbusch, ein basaltischer Vulkankegel, befindet sich östlich von Wehr. Er ist ein typischer Schlackenkegel, der aus Schlacken und Bomben besteht. Diese wurden beim Ausbruch in der Luft zu bizarren Fladen und großen Tropfen geformt. Beim Aufschlagen wurden sie teilweise zu kleinen Lavabänken zusammengeschweißt. Der Vulkankegel wurde im Laufe der Jahre, durch einen Steinbruchbetrieb, abgetragen. Der tiefe Anschnitt zeigt, dass die Förderung nicht gleichmäßig von einer Stelle aus erfolgte, was durch deutliche Diskordanzen im Aufbau zu erkennen ist. Alles deutet darauf hin, dass die Zufuhrkanäle während der Fördertätigkeit durch Lava verstopft wurden. Dadurch verlagerten sich die Öffnungen in der Oberfläche.

Dem Dachsbusch-Vulkan entstammen auch die rötlichen basaltischen Aschen, die den Schlackenkegel bedecken. An der Westseite des Dachsbusches ist durch den Abbau eine große Gleitfalte erschlossen worden. Diese Gleitfalte stellt ein vulkanologisches und klimageschichtliches Bodendenkmal von großer Bedeutung dar.

Die Entstehung dieser geologischen Attraktion kann man sich wie folgt vorstellen:
Während der verschiedenen Eiszeiten war das Rheinische Schiefergebirge nicht vergletschert. Es herrschte aber während dieser Kaltzeit über längere Zeiten hinweg Dauerfrost. Auch der Abhang vom Dachsbusch mit seiner Aschendecke war ständig viele Meter tief gefroren. Zeitweise taute nun dieser Boden in den obereren 1 bis 2 Meter auf. Dadurch begannen nun die wassergetränkten Aschen langsam hangabwärts zu rutschen. Im jahreszeitlichen Wechsel wechselten sich Auftauen (sonnenbeschienener Westhang) und wiedergefrieren oft ab. Die Umbiegezone der Gleitfalte zeichnet demnach eine Isotherme nach, unterhalb derer der Boden längere Zeit ständig gefroren war. Anschließend wurde der Dachsbusch von Löß überweht. Im Anschnitt ist dieser als dünnes, gelbes Band sichtbar. Während der immer noch kalten klimatischen Bedingungen mit Hangfließen, flossenvom Gipfel große Basaltstücke mit dem Lößbrei hangabwärts. Diese erwähnten geologischen und klimatischen Vorgänge ereigneten sich höchstwahrscheinlich in der vorletzten Eiszeit, vor ca. 150.000 Jahren.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde durch Bimstufferuptionen am Ostrand des Wehrer Kessels der ganze Dachsbusch-Vulkan überschüttet. Durch diese Ablagerungen (Gleeser Bims) wurde die Gleitfalte vor Erosion und Abtragung geschützt.

In einem Aufschluss am Westhang der Höhe 371 kann man die Altersabfolge des Wehrer-Phonolith-Auswurfsmaterial sehen. Hier wird das rötliche Hüttenberg-Auswurfmaterial von dem grauen Gleeser-Auswurfmaterial (Deckenbildung über der Rutschfalte) überlagert.

Literatur:

AHRENS, W. (1930): Geologisches Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.

FRECHEN, J., HOPNANN, J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.

GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer Geographentag, Bonn.

GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, o. O..

HENNING, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.

MEYER, W. (ca. 1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Der Dachsbusch - Ansicht von Wehr - Mitte link die Gleitfalte (Archiv GeoMontanus)
Gleitfalte am Dachsbusch (Archiv GeoMontanus)