
Herchenberg
Der Herchenberg ist ein basaltischer Tuff- und Schlacken-Vulkan. Er legt nordwestlich von Brugbrohl. Man unterscheide beim Herschenbergvulkan zwei Ausbruchzentren, ein südöstlicher und ein nordwestlicher Ausbruch.
Es lassen sich im südöstlichen Ausbruchszentrum zwei Ausbruchsphasen unterscheiden. Diese waren durch eine Ruhephase getrennt.
Die erste Ausbruchsphase lässt sich erkennen an den steil in den Berg einfallenden, dunkel geschichteten Schlacken, die über Kieseloolith-Schottern, verkieselten Sanden, tertiärem Ton und devonischem Schiefer liegen. Es folgte eine längere Ruhepause in der sich Löss und anschließend Wehrer Bims über die vulkanischen Auswurmassen legte. Danach muss eine intensive Bodenbildung stattgefunden haben. Es konnte festgestellt werden, dass die Bodenbildung in keiner Kaltzeit erfolgte und das hier zeitweise ein Kratensee verhanden war. Die Schichtenfolge in der fossilen Kratenmulde dokumentiert eine Kaltzeit und im Anschluss eine Warmzeit. Über den Humusablagerungen der Kratermulde liegen Löss und Basalttuffe von unbekannter Herkunft, die in einer zweiten Kaltzeit abgelagert wurden.
In der zweiten Ausbruchsphase wurden wahrscheinlich Teile der ersten Ausbruchsphase weggesprengt. Wie man am Profil im Tagebau entnehmen kann wurden zuerst grobe Tuffe und anschließend wechsellagernd Lapillituffe und Schlacken gefördert. Über diesen Schichten liegen mehere Meter Kugeltuffe mit im Schlot gerundeten Basaltkugeln und darüber liegen grobe Schlacken. Über diesen Vulkaniden liegt Lös und Bimstuffe vom Kahlenbergtyp.

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Am südwesthang sind steilstehende Gänge, die kreuzförmig vom Förderzentrum ausgehen freigelegt worden. Es handelt sich um Melilith-Nephelinit. Im Zentrum vom Herchenberg befinden sich im Schlackentuff mehrere dezimeterbreite Spalten im Schlackentuff. Diese Spalten sind mit einem Gemenge von Löß, Kieseloolithgeröllen, Devonfragmenten, tertiären Tonen und Sanden und Bimslapilli ausgefüllt.
Die erste Ausbruchphase ist wahscheinlich in die viertletzte Kalteiszeit zu stellen. Die zweite Ausbruchphaseliegt wahrscheinlich zwischen der drittletzte und zweitletzte Kalzeiszeit.
Der Koloss von Oberlützingen
Beim „Koloss von Oberlützingen" handelt es sich um das letzte vorhandene Zeugnis eines jahrhundertealten Mühlsteinbruches, der mittlerweile dem Lava-Abbau zum Opfer gefallen ist. Dieser Koloss wurde Mitte März 2001 in Burgbrohl-Oberlützingen aufgestellt und kann heir auf dem dorfplatz besichtigt werden.
Die alten Mühlsteinbrüche
des Herchenberg-Vulkans
Über die Mühlsteingewinnung am Herchenberg wird bereits in den Jahren 1790, 1858 und 1913/14 berichtet. Auf einer Karte der Herrschaft Buchholz aus dem jahre 1779 ist im Südwesten des Herchenberges über einer
einer Öffnung im Berg „Mühlen-Steinbruch" eingetragen. man vermutet, dass Herchenberg bereits seit dem Mittelalter eine Mühlstein-Gewinnung stattgefunden haben könnte.
Auf der topographischen Karte von 1955 sind die Mühlsteinbrüche in den Schweißschlacken des Gipfelbereichs vom Herchenberg noch eingetragen. Demnach befanden sich die meisten der gut ein halbes Dutzend Brüche in einer Reihe direkt am alten Weg von Oberlützingen nach Waldorf.