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Die Kunksköpfe

Die ehemaligen Doppelkegel der Kunksköpfe am Ostrand des Gleeser Tales bestanden aus Aschen und Lapilli. Im Norden waren die Kunksköpfe von Würmlöss bedeckt. Der kleine basaltische Schichtvulkan bestand in seiner niedrigen Nordwand aus (von unten nach oben): schwarzen Schlacken, roten Schlacken mit 0,5 m Mächtigkeit, Schlacken mit vielen Lavabruchstücken mit 0,5 m Mächtigkeit, Graue bis graubraune Schlacken mit zahlreichen Stücken Sedimentgesteine mit einer Mächtigkeit von 3 m und schwarze Aschen und Lapilli von 1,5 m Mächtigkeit.

Literatur:

AHRENS, W. (1930): Geologisches Wanderbuch durch das Vulkangebiet des Laacher Sees in der Eifel, Stuttgart.

FRECHEN J. (1962): Führer zu vulkanologisch-petrographischen Exkursionen

FRECHEN, J., HOPNANN, J. u. G. KNETSCH (1959): Die vulkanische Eifel, Bonn.

GOLTE, W. (o. J.): Exkursionsführer Geographentag, Bonn.

GREVE, K. (1979): der Fulbertstollen am Laacher See, eine Ingenieurleistung des hohen Mittelalters, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, o. O..

HENNING, I. (1965): Das Laacher-See-Gebiet, eine Studie zur Klimatologie und Hydrologie, Arbeiten zur rheinischen Landeskunde, Heft 22, Bonn.

MEYER, W. (ca. 1986): Geologie der Eifel, Stuttgart.

RZ (2000): Ausgabe 01.08.2000

SCHMINCKEL, H.-U. (1988): Vulkane im Laacher-See-Gebiet, ihre Entstehung und heutige Bedeutung, Haltern.

Die traurigen Reste der stolzen Kunksköpfe - Sicht in den Abbau (Bild Archiv GeoMontanus)
Der Schlot im Zentrum des Vulkanbaus (Bild Archiv GeoMontanus)
Die Korngrössenzusammenhänge und das Einfallen der Schichtungen deutete darauf hin, dass die Ausbrüche des Kunkskopfvulkanes aus dem Raum einer breiten schluchtartigen Eintiefung erfolgte, die sich zwischen den beiden Teilkegeln zum Boden des Lummerfeldes hinabzog.Parallel zu ihr verlief ein mächtiger, ungefähr NO streichender und SO einfallender Lavagang, der am südrand des nördlichen Teilkegels aufgedrungen war. Nach der Orientierung dieses Ganges erfolgte die Förderung wahrscheinlich auf einer Radialspalte des älteren Lummerfeldsystemes. Die gesteine des Basaltganges führten Einsprenglinge und gelegentlich kleine nester von Olivin, Augit, Titanaugit und rotem Biotit. Die Grundmasse besteht aus Plagioklas, Leicit,Nephelin, Augit, Titanaugit und Ti-Magnetit. Das Gestein ist ein Leucitnephelinbasanit.
Die Kunksköpfe Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts (Bild Archiv GeoMontanus)

Fossile Zeitzeugen im Bereich der Kunksköpfe

Im Jahre 2000 wurde vom Landesamt für Denkmalpflge in Mainz im bereich des Kunkskopfvulkanes Grabungen durchgeführt.

Im 19. jahrhundert wurde am Westhang der Kungsköpfe bei Schürfarbeiten, auf der Suche nach Wasser, Damals wurde nämlich am Westhang des Kunkskopfs bei Schürfarbeiten auf der Suche nach Wasser ein Lager von "Pech und Braunkohlen" entdeckt, das Versteinerungen enthielt. Dies veranlasste die Preußische Geologische Landesanstalt 1926, einen Schacht auf die fossilführenden Schichten abzuteufen. Dabei wurden eine große Menge pflanzlicher Fossilien sowie ein reiches Vorkommen fossiler Froschlurche gefunden, die jedoch im 2. Weltkrieg fast alle verloren gingen.

Im Zuge eines Kooperationsprojektes der Verbandsgemeinde Brohltal, des Landesamtes für Denkmalpflege und der Rheinischen Basalt- und Lavawerke zur Förderung des Tourismus im Vulkanpark Brohltal/Laacher See wurde das Vorkommen jetzt wieder erschlossen.

Es liegt in einer Tiefe von zehn bis zwölf Metern auf einer Fläche von rund 15 Quadratmetern. Neben zahlreichen Pflanzenresten wie Blättern, Samen und Holz konnten Fische, Kaulquappen, Frösche aus drei Familien, Reste von Salamandern und einer Schildkröte, Fußknochen eines Paarhufers und sogar Krokodilzähne geborgen werden. Alle diese Funde geben Aufschluss über das Öko-System am Kunkskopfsee vor 25 Millionen Jahren.

Die roten Schichten deuten eine Unterbrechung der vulkanischen Tätigkeit an. Die Lava mit Sedimentgesteine sind einem eneuten Ausbruch zuzuordnen. Es geht aus der Abfolge der Schichten hervor, dass zuerst die Lava, die den Schlot verschlossen hatte weggesprengt wurde und anschließend aus grösserer Tiefe devonisches Gestein mitgerissen wurden. Im der südlichen Abbauwand waren die Auswurfmassen viel Gröber. Hauptbestandteile waren hier Wurfschlacken, Bomben und Schweißschlacken. Die Wurfschlacken waren vielfältig gedreht, die Bomben wiesen gut ausgebildeten Krustenumrindungen auf und zeigten sich bisweilen in Form von Lavatränen. Die NO fallende Schichtung wurde durch mehrere Meter lange Schweißschlackenfladen unterstrichen.
Südliche Abbauwand mit meterlangen Schweißschlackenfladen (Bild Archiv GeoMontanus)