Home
Geologie
Mineralogie
Montangeschichte
Impressum
Interessante Links

Der Leilenkopf

Der Leilenkof liegt NE von Niederlützingen. Er ist gekennzeichnet durch zwei, von einer Ruhepause getrennten, Ausbruchsphasen.

Bei der ersten Eruptionsphase, vor ca. 405.000 +/- 20.000 Jahren wurden Lapilli-Tuffe, wahrscheinlich aus mehreren Ausbruchsstellen, gefördert. Dieses stark verfestigte Ausbruchsmaterial wurde in Niederlützingen und Brohl als Baumaterial verwendet.

Nach der ersten vulkanischen Tätigkeit folgte eine Ruhepause von ca. 180.000 Jahren. In der flachen Kratermulde trat ein lebhaftes Ausströmen von Gasen und Dämpfen, eine sogenannte Fumarolentätigkeit, ein. Dadurch wurden die oberen Vulkanschlacken gebleicht bzw. rot und gelb gefärbt. Im weiteren wurde in die Kratermulde vulkanischer Staub, Sand und Löß eingetragen. Diese Ablagerungen wurden durch Gefrieren und Wiederauftauen durchmischt Diesen Vorgang nennt man auch Kryoturbation.

Nach dieser Ruhepause von ca. 180.000 Jahren geschah eine zweite vulkanische Tätigkeit. Der Vulkan förderte Aschen und Lapilli-Tuffe. Auch jetzt bildete sich wieder eine Kratermulde die mit Löß, in dem Wehrer Bims und basaltische Aschen enthalten waren, abgedeckt wurde. Diese Ablagerungen wurden wieder durch Gefrieren und Wiederauftauen durchmischt.

Einstmals erhob sich der Vulkankegel 30 - 35 m über die Hochfläche hinaus. Durch den Tuffabbau der letzten Jahrzehnet ist nur noch eine ausgehöhlte Vulkanruine übrig geblieben.

Literatur:

BIBUS, E., & DRAFEHN, R. (1978): Das Gebiet des Leilenkopf.Vulkans (Bl. 5509 Burgbrohl) und seine Bedeutung für die Reliefentwicklung und Gliederung des älteren Pleistozäns am unteren Mittelrhein. - Mainzer geowissenschaftliche Mitteilungen, Mainz

BOGAARD,P. & SCHMINCKE,H.-U. (1990) Vulkanologische Karte der Osteifel, 1:25.000, Pluto Press Witten/Kiel.

BOSINSKI,G. (1986): Archäologie des Eiszeitalters - Vulkanismus und Lavaindustrie am Mittelrhein. Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.

DANNENBERG, A. (1892): Der Leilenkopf, ein Aschenvulkan des Laacher-See-Gebietes. - Jahrbuch preußische geologische Landes-Anstalt, 1891, Berlin

v. DECHEN,H. V. (1864): Geognostischer Führer zu dem Laacher-See und seiner vulkanischen Umgebung. Bonn (Cohen).

FRECHEN, J. et al. (1967): Die Vulkanische Eifel.- 140S. Geologische Reihe, Stollfuss, Bonn
FRECHEN, J. (1962) Führer zu vulkanologisch-petrographischen Exkursionen im Siebengebierge, Laachewr Vulkangebiet und Maargebiet der Westeifel. Stuttgart (Schweizerbart).

HOPMANN, M. (1954): Die wissenschaftliche Erforschung des Laacher Vulkangebietes. - Geologisches Jahrbuch 69; Hannover

LIPPOLD,H.J. & FRECHEN,J. (1965): Kalium-Argon-Daten zum Alter des Laacher Vulkanismus, der Rheinterrassen und der Eiszeiten. Eiszeitalter und Gegenwart 16, 5-30

VIERECK, L. (1984): Geologische und petrologische Entwicklung des pleistozänen Vulkankomplexes Rieden, Osteifel.- Bochumer Geotechnische Arbeiten 17, 108 Abb., 38 Tab., 337 S., Bochum.

MEYER, W. (1983): Geologischer Wanderführer: Eifel. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co, Stuttgart

MEYER,W. (1986): Geologie der Eifel.- 1./2.Auflage, 615S. Bornträger, Stuttgart

MEYER, W. (1992): Das Vulkangebiet des Laacher Sees. Rhein. Landschaften 9, 5.Aufl., 31 S.

MEYER, W. (1994): Vulkanpark Brohltal/Laacher See. 1. Aufl., Verbandsgemeinde Brohltal, 98 S.

SCHMINCKE, H.-U. (1988) Vulkane im Laacher See-Gebiet. Bode Verlag, Haltern, 119 S.

SCHMINCKE, H.-U. (1996) Vulkanismus im Laacher See Gebiet. Pluto Press Ascheberg, 60 S.

SCHMINCKE,H.-U. (2000):Vulkanismus.- 264S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt

SCMINCKE, H.-U.; V. D. BOGAARD, P.; FREUNDT, A. (1990): Quaternary Eifel Volcanism,

Exkursionsführer International Vulcanological Congress Mainz (1990)

WINDHEUSER, H. (1977): Die Stellung des Laacher Vulkanismus (Osteifel) im Quartär.- Sonderveröff. Geol. Inst. Univ. Köln 31, 223 S., Köln.

WÖRNER, G. & SCHMINCKE, H.-U. (1984): Mineralogical an Chemical Zonation of the Laacher See Tephra Sequence (East Eifel, W.Germany).- Journ.Petrology, 25: 805 - 835; London.

Blick in die ausgehöhlte Vulkanruine des Leilenkopfes (Archiv GeoMontanus)
Impessionen aus der Vulkanruine des Leilenkopfes (fotos Archiv GeoMontanus